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Offenes Raumkonzept

Werkstattgebäude setzt neue Maßstäbe für Berufsschulen

Die Friedrich-Ebert-Schule (FES) in Wiesbaden versteht sich nicht mehr nur als Berufsschule für... mehr
Die Friedrich-Ebert-Schule (FES) in Wiesbaden versteht sich nicht mehr nur als Berufsschule für Metallverarbeitung, Elektro- und Informationstechnik, sondern zunehmend als Kompetenzzentrum für Aus- und Weiterbildung in Technik- und Dienstleistungsberufen. Offenheit ist dabei eine Kernkompetenz zeitgemäßer Lernprozesse und Lernbegleitung, die im Idealfall auch in der Architektur Ausdruck findet. Folglich wurde der zweigeschossige Erweiterungsbau mit Werkstätten für die beiden Fachbereiche Metallverarbeitung und Elektrotechnik in Form eines offenen Raumkonzeptes umgesetzt. Architekt Mariano Rincón entwickelte das für Berufsschulen noch ungewöhnliche Konzept in enger Zusammenarbeit mit der Schule, dem Schulamt und der städtischen WiBau als Bauherrin.

Im Erdgeschoss des Neubaus befinden sich die Werkstätten für Metallverarbeitung und Kraftfahrzeuge, im Obergeschoss die Bereiche für Elektrotechnik. Sämtliche Aufenthaltsräume des Gebäudes stehen über schallgedämmte Innenfenster miteinander in Sichtverbindung. Das offene Raumkonzept erforderte entsprechend erhöhte Anforderungen an den Schallschutz und die Raumakustik im Inneren des Gebäudes.

Das Atrium in der Gebäudemitte dient als multifunktionaler Aufenthaltsbereich. Er wird sowohl für Pausen und informellen Unterricht als auch für Vorträge und Ausstellungszwecke genutzt. Eine rundum verglaste Laterne bildet den oberen Abschluss des Atriums. Sie versorgt den zentralen Bereich im Erdgeschoss mit Tageslicht und ermöglicht Sichtbeziehungen zwischen beiden Ebenen. Das Atrium fördert die geschoss- und damit fachübergreifende Kommunikation. In seiner Anordnung und Gestaltung als Herz des Gebäudes wirkt es für die Nutzer identitätsprägend. Als Lernräume der Metallverarbeitung im Erdgeschoss sind Schlossereien eingerichtet, eine Schweißerei sowie Werkstatt- und Unterrichtsräume für mechanische Fertigung und Zuschnitt. Der Kfz-Bereich wird fachübergreifend genutzt. Der Elektrotechnik-Bereich im Obergeschoss ist aus pädagogischen Gründen als großer offener Raum konzipiert. Lediglich ein Seminarraum und eine Projektwerkstatt sind mit einer Glaswand vom übrigen Bereich abgetrennt.

Passivhauskomponenten optimieren die energetischen Eigenschaften der Fassade. Das Erdgeschoss wurde als hinterlüftete Fassade mit robusten Hochdruck-Schichtpressstoffplatten (HPL) und einer Wärmedämmung aus Mineralwolle ausgeführt. Das Obergeschoss erhielt ein Wärmedämmverbundsystem mit einer im Besenstrichverfahren verputzten Oberfläche. Das Gebäude wurde so geplant, dass es in Richtung Straße bei Bedarf baulich erweitert werden kann.

www.mariano-rincon.de
Architekten: Mariano Rincón Architekt www.mariano-rincon.de Fotos: Sven Svensson mehr

Architekten:

Mariano Rincón Architekt
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Fotos:

Sven Svensson