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Nachhaltiger Wohnsitz in Bad Homburg

Das helle Haus überrascht mit mutigen Farbakzenten

Schon während der Planung ihres Hauses hatten die Bauherren ganz konkrete Vorstellungen von... mehr

Schon während der Planung ihres Hauses hatten die Bauherren ganz konkrete Vorstellungen von ihrem zukünftigen Familiensitz. Neben Blickachsen, Licht und hohen Räumen gehörten dazu auch versetzte Geschosse, Großzügigkeit und Offenheit. Doch auch wenn ihnen die ästhetischen Merkmale wichtig waren, sollte die Funktionalität nicht zu kurz kommen. Auf der Suche nach einem geeigneten Architekturbüro durchforsteten die Bauherren das Internet und wurden dabei auf die Architekten Claus Marzluf, Raimund Maschita und Thomas Zürcher von MMZ Architekten in Frankfurt aufmerksam.

Was das Gebäude unter anderem auszeichnet ist die durchgängig bündige Verarbeitungsweise der Materialien. Diese wird zum Beispiel bei der von außen nach innen geführten Steinwand, die von einem rahmenlosen Glasfenster unterbrochen wird, sichtbar. Zudem setzt sie sich in der Abstimmung des lehmigen Tons des Steins auf das Nussbaumholz der Treppe fort. Zugleich sorgt die Architektur für abwechslungsreiche Lichtblicke. Ob durch die horizontale Scheibe, die mit satinierter Folie beklebt ist, durch die Oberlichter im Giebeldach oder durch die Fensterfronten von der Seite – das Licht findet überall Wege, ins Innere zu gelangen und dem Haus eine warme, helle und freundliche Atmosphäre zu geben.

Durch die Haustür gelangt man direkt in die Diele, von der links das Arbeitszimmer ab­geht. Die Küche, die nach Süden ausgerichtet ist, lebt von einer spannungsreichen Kombination aus knallroten Wandelementen und einem türkisfarbenen Küchenblock mit einem Gasherd und einem japanischen Teppan (Edelstahl-Flächengrill) von Gaggenau. Ein langer Esstisch verbindet die Küche mit dem Wohnzimmer, wo ein graues B&B-Italia-Sofa zu gemütlichen Stunden einlädt. Küche, Ess- und Wohnbereich können mit Schiebetüren voneinander getrennt und nach Belieben zu einem großen Raum geöffnet werden, in den viel Licht fällt. Ein Hingucker des Hauses ist die imposante Wendeltreppe. „Nachdem das Haus eher eckig ist, brauchte der Raum etwas Rundes“, erläutert die Hausherrin die Wahl der Wendeltreppe. Inspiriert von einem Sichtschutz, den sie in einem Hotel entdeckt hat, ließ sie den Korpus der Treppe aus leicht gewellten Nussbaumholz-Lamellen formen und damit die Treppe verkleiden. In der Dämmerung wird sie durch Spots von unten illuminiert und bietet so spannende Lichtspiele.

Von der Treppe gelangt man ins Obergeschoss und damit in das private Reich der Familie. Dieses beginnt zunächst mit einer wohnlichen Sitzecke im Flur, von dem die Schlafzimmer, ein Multifunktionsraum sowie zwei Bäder abgehen. Für das in den Bauvorschriften geforderte Satteldach haben sich die Architekten eine besonders moderne Lösung ausgedacht: Indem ein Teil verglast ist, fällt Licht bis ins Wohnzimmer hinein. Zudem können die Bewohner vom Bett und auch von der Corian-Badewanne aus auf die Hügel des Taunus blicken.


Das Badezimmer ist in Blautönen gehalten, die sich auch in dem individuell gefärbten Heiz­körper wiederfinden. Der wasserfeste Wand­belag „Stucco Veneziano“ ist im Bad mit blauen Pigmenten und an anderen Stellen im Haus sandfarben oder violett eingefärbt. Auf diese Weise erzeugen die Materialien und Farben unterschiedliche Atmosphären, die in Kombination mit moderner Architektur einen Platz zum Wohlfühlen schaffen. Sowohl bei der Wahl der Materialien als auch bei der Gebäudetechnik haben die Bauherren eine äußerst ökologische Haltung an den Tag gelegt. „Sie haben bewusst auf exotische Hölzer verzichtet und stattdessen lokale und nachwachsende Rohstoffe benutzt. Die Materialien sind sehr hochwertig und langlebig“, erzählt der Architekt Claus Marzluf. Während die Dachelemente aus Faserzement sind, ist die Fassade aus Ziegelstein. Mit dem Ziel, möglichst viel Energie einzusparen ist das Haus, das mit mechanischer Be- und Entlüftung und Wärmeaustauscher ausgestattet ist, überdurchschnittlich gedämmt. Hinzu kommt der Vorteil der massiven Bauweise mit den hohen Stahlbetondecken und den Steinverkleidungen, die zusätzlich Energie speichert. Was die Regulierung des Klimas angeht, verlassen sich die Hausbesitzer ganz auf die Energie der Natur: Um die Wärme der Sonne zu nutzen und so die Heizkosten zu senken, ist das Wohnzimmer zum Westen hin nahezu vollständig verglast. Und sollte es hier einmal zu heiß werden, regeln Oberlichter im Dach sowie ein außenliegender Sonnenschutz die Temperatur und sorgen ganz automatisch für ein angenehmes Klima. Auch bei der Bewässerung des Gartens hat man an die Natur gedacht: So werden Rasen und Pflanzen hinterm Haus durch eine Zisterne bewässert, die auch das Grauwasser recycelt. Damit ist ein Wohnsitz entstanden, der ästhetischen wie funktionalen Ansprüchen gerecht wird.

www.mmz.eu

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Jörg Hempel
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