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Modernes Gästehaus in alten Gemäuern

Das ehemalige Privathaus dient heute als Herberge für Professoren

Das private Wohnhaus wurde in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts von dem Architekten... mehr

Das private Wohnhaus wurde in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts von dem Architekten Sixtus Grossmann erbaut und war schon damals ein besonderes Gebäude. So schreibt Eva-Reinhold-Postina in dem Buch „Darmstädter Architekturgeschichte“, dass „Grossmann [...] die traditionalistische Form mit hohem Dach – entlehnt dem Landhausstil der Zeit nach der Jahrhundertwende mit Details aus dem Internationalen Stil [mischte] – : langgestreckter, hell geputzter Baukörper mit breiten, waagerecht vergitterten Fensterflächen.“

Im Laufe der Jahre hat das Haus zahlreiche Zwischennutzungen erfahren und diente zuletzt als selbstverwaltetes Studentenwohnheim. Nun sollte das Gebäude in ein repräsentatives Gästehaus für internationale Professoren und Gaststudenten verwandelt werden, das die Hochschule Darmstadt, zur Verfügung gestellt durch das Land Hessen, als solches nutzen kann. Ohne Ausschreibung eines Wettbewerbs erhielt das Büro Thomas Grünninger Architekten (in Kooperation mit den Innenarchitektinnen Simone Hörr und Claudia Witte) den Auftrag, das Privathaus entsprechend umzugestalten. Nach einer Planungs- und Realisationszeit von knapp zwei Jahren verfügt das Objekt seit Juni 2011 über neun Wohneinheiten, welche sich in fünf Studios und vier Apartments aufgliedern, die sich im gesamten Gebäude verteilen. Zusätzlich befinden sich im Erdgeschoss eine Wohnküche, die von den Gästen gemeinsam genutzt werden kann, sowie weitere Gemeinschaftsräume.

Doch das Haus ist weit mehr als nur ein Gästehaus für internationale Besucher. So wird es auch individuell für Empfänge sowie Vorträge und kleine Ausstellungen genutzt. Darüber hinaus ist in dem Veranstaltungsraum, der direkt an den großen Garten anschließt, eine internationale Begegnungsstätte mit verschiedenen kulturellen Angeboten eingerichtet.

Bei den Umbaumaßnahmen standen die Architekten vor allem vor der Herausforderung, die Denkmalschutzanforderungen und bauaufsichtliche Vorschriften miteinander in Einklang zu bringen. Da es sich um ein Einzeldenkmal handelt, sollte der ursprüngliche Charakter und das Gesamterscheinungsbild erhalten bleiben, was durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt sicher gestellt werden konnte. So sind die ursprünglichen Materialien des Baukörpers sowohl am Gebäude selbst als auch in der Umgebung ergänzt worden. Außerdem gelang es, den parkähnlichen Garten anhand von alten Fotografien in den ursprünglichen Zustand zurück zu führen. Im Gegensatz dazu setzt sich die Innenausstattung bewusst von der historischen Substanz des Gebäudes ab und sorgt für ein zeitloses Ambiente. Dabei wurde vor allem bei der Möblierung darauf geachtet, eine klare moderne Linie zu definieren, um eine Durchgängigkeit in der unruhigen Struktur des Hauses zu schaffen. Die Möbel passen sich den unterschiedlichen Raumsituationen an, folgen jedoch in ihrer Formensprache dem gleichen Prinzip. Ein zusätzliches Element, welches sich durch sämtliche Wohneinheiten zieht, ist eine Farbfläche. Diese ist mit einer Kalkglättetechnik angefertigt, die jedem Studio und jedem Appartment durch Farbnuancierungen eine eigene Identität verschafft.

www.grueningerarchitekten.de

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Grüninger Architekten
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Fotos

Thomas Ott
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