Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Lebendig und Strukturiert

Die neue Wohnbebauung an der Spitze des bekannten Campus Bockenheim

Dem Bockenheimer Depot aus dem 19. Jahrhundert und der Bockenheimer Warte aus dem 15.... mehr

Dem Bockenheimer Depot aus dem 19. Jahrhundert und der Bockenheimer Warte aus dem 15. Jahrhundert kann eine neue Bebauung in direkter Nachbarschaft so schnell nichts antun. Sie ruhen hier und sind sich ihrer Bedeutung und Berechtigung an dieser Stelle sicher. Das ist auch gut so, denn drum herum passiert genug. Seit dem Umzug der Johann Wolfgang Goethe-Universität vom Frankfurter Stadtteil Bockenheim ins Westend hat sich die Stadt dem erworbenen Areal angenommen und die seltene Gelegenheit genutzt, ein innenstadtnahes Quartier neu zu entwickeln. Heute gehört die Umwandlung des alten Campus Bockenheim zum „Kulturcampus“ mit einer urbanen Nutzungsmischung aus Wohnen, Arbeiten und Einkaufen sowie der Ansiedlung einer ganzen Reihe prominenter Kultureinrichtungen zu den wichtigsten städtebaulichen Vorhaben in der Stadt.

Zwei Jahre konnten Anwohner und Bürger die Neubebauung an der prominenten Spitze des Campusgeländes direkt neben dem Bockenheimer Depot wachsen sehen. Ende 2014 war es dann soweit. Der siebengeschossige Wohnungsbau mit Einkaufszone und Supermarkt im Erdgeschoss bildet nun den Auftakt zum neuen, alten Campus Bockenheim. Realisiert wurde das Bauvorhaben von dem Frankfurter Architekturbüro Stefan Forster, das in einem Gutachterverfahren im Jahr 2010 den Bau der Spitze für sich entscheiden konnten. Die beiden angrenzenden Gebäude, die das Ensemble vervollständigen, wurden von Frankfurter Büros happarchitecture und Karl Dudler Architekt realisiert, die ebenfalls als Sieger aus dem Gutachterverfahren hervorgegangen sind.

Gemäß des städtebaulichen Rahmenplans knüpft die Blockrandbebauung im nördlichen Teil des Areals an die historische Struktur an und greift Elemente der teilweise im Umfeld vorhandenen gründerzeitlichen Fassaden auf und interpretiert diese neu. Ein markantes Element ist die großzügig abgerundete Fassadenecke, die sich mit Balkonen zum Carlo-Schmid-Platz öffnet. Gesimse, Balkone und Loggien mit elegant proportionierten Geländern gliedern und differenzieren den großen Baukörper – ganz im Sinne des großstädtischen Wohnungsbaus der 1920er-Jahre. Während die Fassade der sechs Wohngeschosse weiß verputz sind, setzt sich das Erdgeschoss mit seinem Klinker farblich ab, greift gleichzeitig jedoch die Materialität der Bockenheimer Warte auf.

Der Gebäudekomplex, der im Passivhausstandard ausgeführt wurde, bietet rund 60 Wohneinheiten. Der Zugang zu den drei Treppenhäusern erfolgt vom öffentlichen Raum. Über diese werden die 10 Wohnungen je Geschoss erschlossen. Jede Wohnung verfügt sowohl zum Innenhof als auch zum öffentlichen Raum über einen Balkon oder eine Loggia. Gemäß dem Motto „Die Mischung macht’s“ betont abschließend Architekt Stefan Forster: „Zur sozialräumlichen Besonderheit dieses Blocks gehört auch die Mischung von Miet-, Sozial- und Eigentumswohnungen innerhalb derselben Gebäude. Dadurch zeigt sich, dass die urbane Dimension – im Sinne einer Vielfalt an Funktionen und Milieus – der Stadtentwicklung hier ernst genommen wurde."

www.sfa.de

Architekten: STEFAN FORSTER ARCHITEKTEN GmbH www.sfa.de Fotos: Lisa Farkas... mehr

Architekten:

STEFAN FORSTER ARCHITEKTEN GmbH
www.sfa.de

Fotos:

Lisa Farkas
www.lisafarkas.de