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Funktionaler Solitär

Zahn- und Implantatklinik als kompaktes Volumen garantiert kurze Wege

Neben einem gewissen Wohlfühlambiente, das die Zahnarztangst nehmen soll, müssen im Bereich... mehr

Neben einem gewissen Wohlfühlambiente, das die Zahnarztangst nehmen soll, müssen im Bereich Zahnmedizin vor allem die Funktionen effizient untergebracht werden, die eine moderne technische Ausstattung brauchen. Für Architekten ist das eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, denn sie müssen Detaillösungen an der Schnittstelle von Architektur und Technik finden. So auch das Architekturbüro Formaat, das beim Neubau eines Implantatzentrums in Mainz unter anderem folgende Nutzungen unterbringen musste: Den Klinikbereich für sichere Narkosen und chirurgische Eingriffe, inklusive Patientenzimmer, einen separaten Kinder- und Prophylaxebereich, ein vollausgestattetes eigenes zahntechnisches Labor oder auch Besprechungsräume. Und bei allem sollte natürlich auch Barrierefreiheit gewährleistet sein.

Um das anspruchsvolle Programm umzusetzen, haben Formaat Architekten das Projekt komplett vom Gebäude bis zu den Möbeln entworfen, geplant und begleitet. Das Grundkonzept basiert dabei auf einer kompakten Baukörperkubatur. Zum einen wollten die Mainzer Planer alle erforderlichen Nutzungen in einem Solitär unterbringen, um die Wege zwischen den einzelnen Funktionen möglichst kurz zu halten. Zum anderen sollte eine hohe Energieeffizienz erreicht werden, weshalb schon in der frühen Planungsphase ein positives Verhältnis von der Oberfläche zum Volumen im Vordergrund stand. Zusätzlich trägt die Kombination der Speichermasse in Form des Sichtbetons mit einer effektiven Wärmedämmung zur hohen Energieeffizienz bei.

Im Inneren reihen sich Behandlungs-, Eingriffs-, Büro- und Laborräume im Erd- und Obergeschoss entlang der Fassade und orientieren sich nach außen. Die Nebenräume finden sich in den Kernbereichen. Unterbrochen werden diese durch das geschossübergreifende Atrium im Foyer. Eine Galerie verbindet die im Obergeschoss angeordneten Funktionsbereiche und ermöglicht vertikale Sichtbeziehungen innerhalb des Gebäudes.

Eine flächenbündige Fassade aus umlaufenden Fensterbändern mit Sonnenschutzverglasung in einer Holz-Alu-Kombination sorgt für reichlich Tageslicht in den Innenräumen. Dabei rahmen tiefe Fensterlaibungen aus Kiefer den Blick nach außen und schaffen einen warmen Ausgleich zu den Kern- und Außenwänden in Sichtbeton. Die Besenstrichfassade verleiht dem Gebäude ein leicht organisches Erscheinungsbild und spielt in sanfter Weise mit Licht und Schatten.

www.formaat.de

Fotos:

Lennart Wiedemuth
www.lennartwiedemuth.com

(Erschienen in CUBE Frankfurt 04|21)

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