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Flexibles Baukastensystem

Kita in Passivhausbauweise passt sich perfekt an örtliche Gegebenheiten an

Seit dem gesetzlich geregelten Anspruch auf einen Kitaplatz müssen sich Städte und Gemeinden... mehr
Seit dem gesetzlich geregelten Anspruch auf einen Kitaplatz müssen sich Städte und Gemeinden etwas einfallen lassen. Die Stadt Frankfurt am Main hatte daher bereits 2009 einen Wettbewerb „Baukastensysteme für Kindertageseinrichtungen“ ausgelobt. Die Vorteile eines solchen Baukastensystems liegen auf der Hand: unter anderem schnelle Realisierung, Wirtschaftlichkeit bei Herstellungs- und Folgekosten aber auch eine Anpassung an örtliche Gegebenheiten.

Einer der fünf Wettbewerbsgewinner ist das Konzept von raum z architekten; die Kindertagesstätte Martin Niemöller ihre erste aus dem modularen Konzept entwickelte Kita. Das Preisgericht lobte u. a. die „gute Einfügung der Baukörper in die städtebauliche Umgebung der verschiedenen Standorte“. Das zweigeschossige Gebäude, das sich entlang der Martin-Niemöller-Straße erstreckt, und Platz für sechs Gruppenräume bietet, wurde in Passivhausbauweise als Massivbau ausgeführt. Den mit einem Versatz in der Fassade definierten Eingang erreicht man über einen Vorplatz. Der U3-Bereich befindet sich im EG, der Ü3-Bereich im OG.

Architekt Thomas Zimmermann freut sich, dass die Kita mit Sichtmauerwerk gebaut werden konnte, obwohl es kurzfristig betrachtet teurer war. „Rechnet man die Kosten jedoch auf die Lebensdauer des Gebäudes um, hat man ein preiswertes Material für die Fassade“, argumentiert er. Die Teilung der Räume im Inneren ist unabhängig von der Tragstruktur des Gebäudes und ohne großen baulichen Aufwand jederzeit änderbar. Auf dem Riedberg musste das Konzept seine Flexibilität sofort unter Beweis stellen, denn so Zimmermann: „Der Entwurf des Wettbewerbes ist linear aufgebaut. Wegen des kleineren Grundstücks mussten wir eine Alternative entwickeln. Für uns ein Glücksfall, da durch die geänderte Anordnung der Räume eine neue architektonische und räumliche Qualität entstand“.

Und er erläutert, warum sich das System so gut in unterschiedliche Standorte einfügt: „Die Breite der Zwischenräume variiert in Abhängigkeit zur Grundstücksproportion. Über sie wird der Gesamtbaukörper an das Grundstück angepasst und erfährt seine erste ortstypische Ausprägung“.
Im Innern lassen großflächige Verglasungen die nach Süden liegenden Gruppenräume licht und großzügig erscheinen und schaffen „fließende“ Verbindungen nach außen. Funktionsräume wie Büro, Küchen- oder Technikräume, liegen auf der Nordseite und sind mit kleineren Fenstern versehen.

Der vorgelagerte Baukörper umfasst einen Mehrzweckraum und ein großes Dachatrium. „Die Flure mit Lufträumen und durchgesteckten farbigen Garderobenkörpern sind die besondere Raumkomposition im Inneren des Gebäudes. Sie werden durch die farblichen Akzente besonders hervorgehoben. Helle und freundliche Farben in verschiedenen Gelb- und Orange­tönen unterscheiden die einzelnen Gruppen und dienen den Kindern als Orientierungshilfe“. Der holzverkleidete Balkon ermöglicht den direkten Zugang zum Außengelände der Gruppenräume. Dabei dient der mit Lamellen verkleidete Balkon nicht nur der Flucht, sondern auch als Aufenthaltsraum, der durch das Schattenspiel eine besondere Qualität bekommt.

www.raum-z.de
Architekten: raum-z architekten www.raum-z.de Fotos: Thomas Ott www.o2t.de mehr

Architekten:

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Fotos:

Thomas Ott
www.o2t.de