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Beflügelnd und verständlich

Forschungsneubau am Frankfurter Universitätsklinikum bildet Einheit mit dem Bestand

Für viele Kinder und Jugendliche mit lebensbedrohlichen Krankheiten ist eine... mehr

Für viele Kinder und Jugendliche mit lebensbedrohlichen Krankheiten ist eine Stammzelltransplantation die einzige Überlebenschance. Im Johanna-Quandt-Zentrum, dem neuen Forschungsbau auf dem Gelände des Universitätsklinikums, befinden sich daher experimentelle Forschungslaboratorien, klinische Studieneinheiten und eine speziell ausgestattete Bettenstation zur Anwendung innovativer Methoden der Stammzelltransplantation und Zelltherapie, in der Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene behandelt werden. Der Erweiterungsbau (Haus 32E) bindet direkt an das bereits 2004 fertiggestellte Stammzelltransplantationszentrum (Haus 32D) und die 2002 eröffnete Klinik für Kinder- und Jugendmedizin (Haus 32C) an.

Wesentliches Ziel des vom Architekturbüro wörner traxler richter erarbeiteten Entwurfs für den Erweiterungsbau, ein Verbindungsbauwerk und das Gesamtensemble war es, eine die Fantasie beflügelnde, verständliche und die Genesung von Kindern fördernde Einheit zu schaffen. So entwickelt sich das Verbindungsbauwerk zwischen Bestand und Neubau aus dem Neubau (Haus 32E) heraus und legt sich wie eine schützende Hand um das Bestandsgebäude (Haus 32D). Beide Baukörper werden so zusammengefasst und bilden die neue Einheit, ein lorgnetteartiges Format, das die therapeutische und wissenschaftliche Weiterentwicklung und den Austausch innerhalb der Klinik auch baulich dokumentiert. Zwischen beiden Baukörpern, am Bügel der Lorgnette, schafft ein gemeinsames Entree mit anschließendem Foyer einen gemeinsamen öffentlichen Empfangs-, Lounge- und Kommunikationsbereich. Über den Bestandsbau aus 2004 wird die Lorgnette zudem mit dem Bestand aus 2002, der Kinderklink (Haus 32C), vereint.

Das Aufbau und Innenausbau des Hauses 32D bestimmende Motiv, das Schalung, Schichtung und Kernbereich einer exotischen Frucht adaptiert, wandelt und erweitert sich über den Neubau unter dem Eindruck der die Gesamtstruktur umgebenden Parksituation zu einem neuen gestalterischen Leitgedanken: Baumstammschichten werden von der Rinde bis zum Kern, von der Außenhülle bis zur innersten Gebäudezone abgebildet; Baumrinde, Jahresringe und Kernholz sind nun die begleitenden Entwurfsmotive. Dabei entsteht durch die Neuformung der Anlage und Fassadengestaltung des Neubaus und Verbindungsgebäudes ein sanfter Übergang zwischen Außenraum und Architektur.

Die Haus 32E und Haus 32D umfließende Fassade ist in ihrer Gestaltung den Führungsprinzipien der Rinde alter Bäume entlehnt. Ein rauer Strukturputz, der den Hauptanteil der Fassade ausmacht, weckt im Wechselspiel mit Intarsien aus kleinkörnigem Feinputz diese Assoziation. Tiefliegende Fensterbänder erinnern durch ihre glatte Oberfläche an borkenfreie Bereiche im Baumstamm. Durch die gewählte Art der Tiefenstaffelung, Einkerbungen in der Fassade und den in Besenstrichform aufgebrachten Putz wird die Idee der Rinden-Schalung im Bau praktisch umgesetzt.

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