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Zeitgemäße Öffnungen

Der Umbau einer Nachkriegskirche schafft neue Räume zwischen innen und außen

Sanierungsstau und veraltete Nutzungskonzepte – so lautete die Diagnose zu dem evangelischen... mehr
Sanierungsstau und veraltete Nutzungskonzepte – so lautete die Diagnose zu dem evangelischen Nachkriegskirchenbau aus dem Jahr 1954. Nachdem die Gemeinde sich nach langer Diskussion und schweren Herzens von einem zweiten Kirchenbau getrennt hatte, sollte die mitten in der City von Solingen gelegene Stadtkirche wieder besonders herausgeputzt werden. Der Umbau sollte dabei die gewandelten Erwartungen an die Institution Kirche widerspiegeln: Das Motto „Kirche mittendrin“, das die Gemeinde sich in ihrem inneren Reformierungs- und Konzentrationsprozess selbst gegeben hatte, griff das Solinger Architektur- und Innenarchitekturbüro Großkemm + Richard programmatisch auf: Das Gotteshaus wurde zu einem zeitgemäßen Begegnungszentrum erweitert, das den sozialen Kontakt und den Bezug zum öffentlichen Außenraum besonders in den Fokus rückt.

Mit dem Neubau einer Außentreppe – auch Hochzeitstreppe genannt – öffnet sich die Kirche erstmals seitlich zum zentralen Stadtplatz Fronhof. Zentrum des neuen Kirchsaals ist der Altarraum mit dem geschmiedeten Kreuz und einer steuerbaren Lichtaureole, die sich stimmungsvoll dem Liturgieverlauf anpasst – eine Idee, die die Architekten von den Jugendlichen der Stadtkirchengemeinde aufgriffen. Zudem wurde in der Achse von Altar und dem neuen Eingang ein Bodenlabyrinth verlegt. Konzipiert für neue spirituelle Angebote befindet sich in der Mitte – quasi als Schlussstein – eine denkmalgeschützte Rosette. Das etwa Tausend Jahre alte Steinelement wurde beim Bau der Stadtkirche aus dem Schutt des kriegszerstörten Vorgängerbaus geborgen – ein sichtbares Zeichen für die Tradition von Kirche an diesem Ort. Übergangslos geht der Kirchenraum in den bürgerlichen Bereich des Café Glorias über, das im ehemaligen Eingangsbereich der Kirche im Eigenbetrieb der Stadtkirche eingerichtet wurde. Mit seinem markanten Erker, aber auch dem gastronomisch genutzten Außenbalkon schiebt dieser sich in den öffentlichen Raum hinein. Damit wird es zum Bindeglied zwischen Gemeindeleben und öffentlichem Leben. Bei der Ausstattung wurde das reduzierte Material- und Farbkonzept des Kirchraumes respektiert – nur im Bereich des Erkers, an der Schwelle zum öffentlichen Raum, wurden bewusst kraftvolle Farben ausgewählt. Mit der gleichen zeitlos-zurückhaltenden Ästhetik wurde auch der multifunktionale Bürgersaal über dem Kirchsaal ausgestattet: Flexible Bestuhlungen, Trennvorhänge und eine kleine vorgelagerte Lounge mit Kaminecke erlauben eine vielfältige Nutzung für Gemeinde- und Bürgerveranstaltungen.

www.grosskemm-richard.de
Architekten: Architektur- und Innenarchitekturbüro Großkemm + Richard... mehr

Architekten:

Architektur- und Innenarchitekturbüro Großkemm + Richard
www.grosskemm-richard.de

Fotos:

Sigurd Steinprinz
www.steinprinz.de