Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Umbauen schafft Werte

Die Sanierung einer Bankfiliale interpretiert die Architektur der 1970er-Jahre zeitgemäß

Ein Haus ist gefräßig wie eine Maus, besagt ein altes Sprichwort. Mit den Jahrzehnten nehmen die... mehr

Ein Haus ist gefräßig wie eine Maus, besagt ein altes Sprichwort. Mit den Jahrzehnten nehmen die Reparaturen zu und der Sanierungsbedarf steigt – bei Privathäusern ist das nicht anders als bei Gewerbeimmobilien, die auf Stand gehalten werden wollen. Nicht nur den finalen Umbau, sondern auch den Reflexionsprozess über die Sanierung einer Hauptstelle der Volksbank haben Wechselberger Hiepen Architekten aus Mönchengladbach begleitet. Dabei stellten sie in umfangreichen Analysen und Kalkulationen fest, dass es sich – bei allen Erschwernissen – durchaus ökonomisch rechnet, die Bankimmobilie aus dem Jahr 1974 zu halten und sich auf das Wagnis einer Generalsanierung einzulassen.

Die Herausforderungen für das Bürogebäude in der Ortsmitte von Willich-Neersen summierten sich: Ein total abenteuerlich verlegtes, mittlerweile marodes Leitungsystem bereitete vor allem den Bewohnern der Mietwohnungen viele Probleme, die sich auf der zweiten Etage des Gebäudes befinden. Aber auch massive Fassadenschäden infolge eines ungeeigneten, teilweise bereits abgefallenen Natursteines sowie mangelhafter Brandschutz, eine marode Elektrik und weitere bautechnische Fehler zählten dazu. Die allergrößte Herausforderung bestand aber darin, alle notwendigen Sanierungsarbeiten bei laufendem Betrieb durchzuführen: Während die Mieter vier Monate anderweitig unterkamen, durfte der 24h-Bereich der Bankfiliale an keinem Tag in der Woche geschlossen sein. Der Grundgedanke, der die Architekten bei der Sanierung anleitete, war vor allem die Akzeptanz der Grundstruktur des Gebäudes verbunden mit der Intention, die geforderte Nutzung auf den heutigen Stand von Bauphysik und Haustechnik zu bringen. Auch die Architektursprache der 1970er-Jahre sollte in die heutige Zeit übersetzt werden, ohne ihren zeitgemäßen Ausdruck dabei zu verlieren. So wurde etwa die Vorhangfassade als Verkleidungssystem beibehalten statt auf ein heute übliches Wärmeverbundsystem zurückzugreifen: Faserzementplatten von Eternit in Anthrazit- und Beigetönen verkleiden das Gebäude von außen seitdem. 

Alle sechs Mietwohnungen wurden schließlich hochwertig ausgestattet. Dreifach verglast, mit Fußbodenheizung, neuen Gäste-WCs, Parkettböden und großformatigen Fliesen in den Bädern sind sie wieder voll vermietet. Durch die Optimierung der komplett erneuerten Bankfiliale konnte zudem zusätzlicher Raum für eine physiotherapeutische Praxis gewonnen werden. Nicht nur der Bank, sondern auch allen anderen Anwohnern im kleinen Ortszentrum beschert das mehr Frequenz und neuen Kundenverkehr.

www.wh-architekten.de

Architekten: Wechselberger Hiepen Architekten www.wh-architekten.de Fotos: Tim Sluiters mehr

Architekten:

Wechselberger Hiepen Architekten
www.wh-architekten.de

Fotos:

Tim Sluiters