Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Schwebekörper am Hang

Eine Villa in Ludenberg fasziniert durch ihre elementare Formen- und Materialsprache

Allein das Grundstück ist in der „Flachland-Metropole“ Düsseldorf außergewöhnlich wie rar: Sanft... mehr
Allein das Grundstück ist in der „Flachland-Metropole“ Düsseldorf außergewöhnlich wie rar: Sanft abfallende Hanglage, Süd-West-orientiert mit einem reizvollen Ausblick über die hügeligen Ausläufer des Bergischen Landes. Um dies auch architektonisch gebührend zu inszenieren, entschieden sich Wrede Architekten für eine zweiteilig aufgefächerte Geschossanordnung: Zwei breit gelagerte, in ihren Volumen nahezu gleich dimensionierte Kuben wurden im Winkel von 90 Grad so übereinander gelegt, dass es an drei Seiten zu auskragenden Überständen kommt. Beim Zugang über die repräsentative Freitreppe ergibt sich so eine herausragende Aussicht auf eine architektonische Schwebesituation, die durch die monumentale Präsenz der grauen Sichtbetonfassade zusätzlich gesteigert wird. Dem zur Straße hin eingeschossig gehaltenen Gebäude wurde ein etwas niedrigeres Garagengebäude gegenüber gestellt – beide sind über eine schmale Brücke miteinander verbunden. Der Bauherr, ein junges Unternehmerpaar, kann so im Alltag bequem von der Garage in das oberste Geschoss des Hauses wechseln, das neben allen privaten Räumen auch ein Homeoffice beherbergt, nicht zu vergessen die weitläufige Dachterrasse mit Panoramaaussicht auf die umliegende Naturlandschaft. Das über die äußere Freitreppe und eine innere, zentrale Wohntreppe zugängliche Untergeschoss fungiert dagegen als die repräsentative Beletage, die neben dem weiträumigen Wohn- und Essbereich auch Kinder- und Gästezimmer bereit hält. Das Kellergeschoss birgt einen Jacuzzi sowie einen Fitness- und Wellnessbereich mit einer Sauna zum Entspannen. Die Fassade ist durch die vorgefertigten, fein geschliffenen Sichtbetonelemente geprägt, ihr präzise ausgeführtes Fugenbild verleiht dem Bau sehr klar artikulierte Proportionen. In Kombination mit den dunklen, dezent mit Sonnenschutz versehenen Holzrahmenfenstern, den Holztüren und -verkleidungen im Untergeschoss besticht die Villa durch elegante Zurückhaltung, ohne dabei unterkühlt zu wirken. Auch im Inneren zeigt sich dies in aller Konsequenz: So ist der Boden im Wohnbereich ganz in Industrieestrich ausgeführt; auch bei der zentralen Treppe wurde die haptische Sichtbetonästhetik aufgenommen, spannungsvoll ergänzt um eine transparente Glaswand. Küchenarbeitsplatte und Badewanne wurden von einer Spezialfirma ebenfalls aus Sichtbeton maßgefertigt. Einen harmonischen, warmen Kontrapunkt setzt amerikanisches Nussbaumholz, das für die von den Architekten entworfenen Einbauschränke und Sideboards sowie das Parkett auf dem Obergeschoss verwendet wurde - Einheitlichkeit war bei der Auswahl der Materialien ein wichtiges Kriterium. Für minimalistische Akzente sorgen LED-Bänder, mit denen die in die Wand verlegten Treppengeländer effektvoll hinterleuchtet werden. Dieser Sinn für Ästhetik ist kein L'art pour l'art – Energieeffizienz war Architekt und Bauherr nicht minder wichtig: Neben einer Innendämmung besitzt das Haus eine Deckenkühlung, die im Zusammenspiel mit der Fußbodenheizung für die richtige jahreszeitliche Temperatur sorgt. Im Dialog mit scape Landschaftsarchitekten wurde das präzise um das Haus herum geführte, geometrische Wasserbassin gestaltet. Unterhalb der Auskragungen des Obergeschosses erschafft es nicht nur ein wirkungsvolles Spiel der Lichtreflexionen, sondern auch einen klar definierten Übergang zu Terrasse und Garten – Innen und Außen, Fassade und Raum atmen den gleichen, elementar ordnenden Geist.

www.wrede-architekten.de
Architektur Wrede Architekten BDA Planungsgesellschaft mbH & Co. KG... mehr

Architektur

Wrede Architekten BDA
Planungsgesellschaft mbH & Co. KG
www.wrede-architekten.de

Fotografie

Peter Leenders
www.leenders.de