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Revision alter Bausubstanz

Ein denkmalgeschütztes Stadthaus wird wieder Wohnraum

Altbausubstanz ist oft so robust und in ihrer Räumlichkeit großzügig, dass sie sich gut umnutzen... mehr

Altbausubstanz ist oft so robust und in ihrer Räumlichkeit großzügig, dass sie sich gut umnutzen lässt – auch wenn das eine Herausforderung ist. So auch bei einem Altbau von 1926 in Oberkassel: Das sanierungsbedürftige dreigeschossige Stadthaus sollte wieder in seine ursprüngliche Nutzung als Wohnhaus zurückversetzt werden, nachdem es über Jahrzehnte gewerblich als Büro genutzt worden war. Das Neusser Architekturbüro müller + schröder architekten erhielt den Auftrag, das denkmalgeschützte Haus so zu sanieren, dass es zum neuen Domizil für eine fünfköpfige Familie werden kann. Bei der Sanierung verfolgten die Architekten die Strategie, möglichst behutsam mit allem umzugehen, was originaler Bestand war. Ziel war es, so viel wie möglich an Substanz aus dem Objekt zu sichern, instandzusetzen oder gegebenenfalls auch originalgetreu zu ersetzen. Auch die Elektrik, Sanitärbereiche und die Heizung sollten so unsichtbar und unauffällig wie möglich auf den neuesten Stand gebracht werden.

Innerhalb einer dreimonatigen Planungs- und neunmonatigen Ausführungsphase konnte das Haus wieder in seinen Originalzustand versetzt werden. Das vorhandene Treppenhaus wurde überarbeitet, die Holzstufen freigelegt, das Geländer an Fehlstellen ergänzt und – wo es wegen der Absturzhöhe notwendig erschien – auch erhöht. Ohne dass es vom Denkmalschutz vorgeschrieben gewesen wäre, rekonstruierten die Architekten das Oberlicht des Treppenhauses, um eine natürliche Belichtung zu ermöglichen. Die Haustür, die in den 1970er-Jahren durch eine unpassende Aluminiumtür ersetzt worden war, wurde entfernt; die neue Eingangstür nach Originalplänen und den Türen baugleicher benachbarter Häuser maßgefertigt. Alle alten, teilweise verzogenen Innentüren mussten aufwendig aufgearbeitet und wieder funktionsfähig gemacht werden. Die über drei Etagen ausgeführte, 290 m2 große Wohnung orientiert sich in ihrer Gestaltung weitgehend am Original: Alle Fenster wurden nach heutigen energetischen Standards bemessen, haben aber die ursprüngliche Fenstereinteilung und Profilierung. Alle Böden wurden mit teilweise noch vorhandenem Fischgrät-Parkett oder mit Landhaus-Dielen ausgelegt. Ein vergrößerter Garderobenschrank unterhalb der Treppe bekam neue Türen im Stil des Originalschrankes. Wo die Substanz hingegen für immer verloren war, wurde darauf geachtet, dass sich die Neugestaltung bewusst absetzt: Alle Bäder, der Balkon im Erdgeschoss und die Kücheneinbauten bestechen durch ihre neutrale Schlichtheit.

www.muellerschroeder.de

Architekten: müller + schröder architekten www.muellerschroeder.de Schreiner: Knabben... mehr

Architekten:

müller + schröder architekten
www.muellerschroeder.de

Schreiner:

Knabben
www.tischlerei-knabben.de

Küche:

Perlick
www.kuechen-perlick.de

Generalunternehmer:

LGI Immobilien
www.lgi-service.de

Fotos:

müller + schröder architekten