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Naturvielfalt als Kulisse

Ein Garten verzaubert durch Ausblicke und die gewonnene Lebenszeit seiner Pflanzen

Von Beginn an war der Bauherr nicht nur auf das zukünftige Haus fokussiert. Er hatte auch... mehr

Von Beginn an war der Bauherr nicht nur auf das zukünftige Haus fokussiert. Er hatte auch bereits sehr genaue Vorstellungen davon, was er von seinem späteren Garten erwartet. Dieser sollte einerseits absolute Privatsphäre bieten, repräsentativ, aber auch heimelig sein. Darüber hinaus war botanische Vielfalt gewünscht, sodass sich den Bewohnern aus dem überwiegend transparent gestalteten Haus ganzjährig ein eindrucksvolles, wechselndes Naturspektakel bietet. Dass ein Bauherr dem Garten mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit wie der Immobilie (siehe Beitrag auf Seite 4 in dieser CUBE-Ausgabe) schenkt, ist für den beauftragten Landschaftsarchitekten Christian Kögler aus Schwelm keine Selbstverständlichkeit.

Rund ein halbes Jahr Planungsphase und nochmals eineinhalb Jahre für die Umsetzung sollten vergehen, bis der rund 2.200 m² große Traumgarten in seiner ganzen Pracht vollendet war. Von dem ursprünglichen Pflanzenbestand des Grund­stückes blieben dabei leider nur einige wenige Pflanzen erhalten. Dafür verbuchte der Garten den Zuwachs einer besonders großen Honoki-Magnolie sowie einer rund 70 Jahre alten Mädchenkiefer – beide waren vor Jahren aus Japan in einem Überseecontainer nach Deutschland verfrachtet worden. Weiterhin wurden 76 Großbäume aus der Baumschule geordert und Gehölzpflanzungen vorgenommen. Als bodendeckende Bepflanzung kamen ca. 10.000 Stauden hinzu. Noch bevor mit dem Umbau der Immobilie begonnen wurde, startete im rückwärtigen Garten das Einpflanzen der großen Bäume. Diese wurden mithilfe eines 600-Tonnen-Krans an Ort und Stelle manövriert – der schwerste Baum wog dabei rund neun Tonnen. Die Investition in die großgewachsenen Gehölze hat sich gelohnt: Sie bieten einen optimalen und natürlichen Sichtschutz, geben dem Garten Tiefe und Struktur und lassen ihn bereits nach dem ersten Jahr so wirken, als wäre er über Jahrzehnte hier gewachsen. Die einheimischen und nichtheimischen Pflanzen sorgen das ganze Jahr hindurch für eine Reise durch die Jahreszeiten: Im Frühjahr und Sommer bietet sich ein opulentes Blütenschauspiel, im Herbst sorgt das bunte Laub für ein ausdrucksstarkes Indian Summer Feeling. Hinzu kommt ein 58 m² großer Teich, der bis an die transparente Fassade des Wohnzimmers heranreicht und eine wunderbare Ruhe ausstrahlt. Das Element Wasser mit seinem beruhigenden Plätschern wird auch an anderer Stelle noch einmal aufgegriffen: Eine Brunnenanlage aus dem 16. Jahrhundert zieht am Rande der Küchenterrasse die Blicke auf sich. Mit den verschiedenen Aufenthaltsorten und den Rasenflächen, der gemütlichen Ruhebank inmitten der Natur und dem Teich vor Augen überträgt sich die wie selbstverständlich anmutende Harmonie und Gelassenheit des Gartens direkt auf Bewohner und Besucher.

www.la-koegler.de

Fotos:
Christian Kögler

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 02|22)

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