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Mr. Gatsby’s Second Home

Das Grande Étoile d’Or holt den Glamour in die Carlstadt

2017 eröffnete in der Unternehmerstadt das Restaurant Grand Étoile d’Argent. Das war – wie der... mehr

2017 eröffnete in der Unternehmerstadt das Restaurant Grand Étoile d’Argent. Das war – wie der Beiname „d’Argent“ etwas augenzwinkernd impliziert – die Silver Edition eines gastronomischen Konzepts, das sich auf gehobene europäische Gastronomie in einem Ambiente von Luxus, Eleganz und Opulenz versteht. Mit dem Grande Étoile d’Or eröffnete in diesem Herbst dann auch nicht nur eine zweite Dependance, sondern tatsächlich die Golden Edition: Das Interieur des neuen Restaurants, das an der Bastionstraße, Ecke Kasernenstraße in nächster Nähe zum Stahlhof liegt, befördert das Ambiente auf ein noch höheres Stillevel. Gestaltet wurde es erstmals von dem Düsseldorfer Architekturbüro Geiselhart & Musch, das eine stimmige Fusionwelt prägt – mit stilistischen Anklängen an den Glamour des zwanziger Jahre Art déco, aber auch inspiriert von der Pop Art.

Das Bauherrenpaar war auf eine Art-déco-Villa aufmerksam geworden, die die Architekten vor einigen Jahren in Meerbusch realisiert hatten. Aus der Begeisterung für das Objekt entstand der Auftrag für ein Restaurant-Interieur mit besonders hoch angelegter Messlatte: Nichts weniger als „Mr. Gatsby’s second home“ sollte hier entstehen – was während des Planungsprozesses durch eine Flut von Pinterest-Impressionen möglicher stilistischer Vorbilder untermalt wurde. Ausgangspunkt was das Ladenlokal im Erdgeschoss als leerer Rohbau mitten im fertiggestellten Carlsquartier. Als erste Herausforderung entpuppten sich die Rohrleitungen, die zur Versorgung der oberen Geschosse direkt unter der Decke verlaufen. Mit Stuckdecken und Lichtvouten, wie sie typisch für das Art déco sind, ließen sie sich bestens kaschieren. Alle tragenden Säulen im Raum verschwanden zudem in Schrankeinbauten oder wurden in den Gaskamin mit Marmorgesims im seitlichen Loungebereich integriert. Die kniffligste Herausforderung stellte die Klima- und Lüftungstechnik dar: So musste der Schornstein des Gasfeuers in der Küche unter dem Neubau hindurch über 25 m nach außen geführt werden.

Der salonartige Hauptgastraum wird auf seiner Innenfront von einer 11 m langen Bartheke bestimmt, die mit ihrer weißen Marmoroptik und einer stilisierten Grande-Étoile-Messingsonne die Blicke auf sich zieht. Im hinteren Bereich schließt sich ein Private-Dining-Raum für geschlossene Gesellschaften mit bis zu zwölf Personen an, separiert durch eine transparente Vitrinenwand mit dem Weinhumidor und der perfekt temperierten wie inszenierten Weinkollektion. Ansonsten sind die Räumlichkeiten durch einen harmonischen Fusion-Stilmix geprägt: Kassettenvertäfelungen in einem petrolblauem Strichlack, Messinggitter mit geometrischen Motiven und Wandverkleidungen in einem Furnier aus Makassarholz lassen die zwanziger Jahre anklingen. Der Teppich mit Farbverläufen von Gold über Silber ins Nachtblau sowie der schwarzweiß gestreifte Marmorboden und die hinterleuchtete Barwand sind hingegen von der Pop Art der sechziger und siebziger Jahre stilistisch beeinflusst.

www.geiselhart-musch.de

Fotos:

Jens Kirchner
www.jens-kirchner.com

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|21)

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