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Minimal Impact – Maximum Output

Ein Prototyp setzt auf ein ganzheitliches Material-, Energie- und Nutzungskonzept

Im Juni dieses Jahres fand in Wuppertal der Solar Decathlon Europe statt – ein Wettbewerb, bei... mehr

Im Juni dieses Jahres fand in Wuppertal der Solar Decathlon Europe statt – ein Wettbewerb, bei dem zehn Teams zum Thema nachhaltiges Bauen und Leben vor Ort gegeneinander antreten. Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) wurden mehrere voll funktionierende Prototypen präsentiert, die zukunftsorientierte Antworten auf die Frage geben, wie sich bis 2050 ein klimaneutraler Gebäudebestand erreichen lässt. Unter dem Leitgedanken „Minimal Impact – Maximum Output“ (kurz MIMO) hat ein interdisziplinäres Team aus 18 Professoren und 70 Studierenden der Hochschule Düsseldorf eine erhaltende Sanierung und eine erweiternde Aufstockung durch Raummodule entwickelt, die einem alten Lagerhaus in Wuppertal Mirke aufgesetzt werden soll – überregional bekannt auch als Standort der Tanz- und Eventlocation Café Ada. Ein Modul wurde dabei als House Demon­stration Unit realisiert. Leitgedanke dabei: Ein soziales Gewebe zwischen den Bewohner:innen entstehen lassen – unter konsequentem Einsatz wiederverwendbarer Materialien und Energieeffizienz, aber auch der Anwendung von Suffizienz-Prinzipien von minimalem privaten Wohnraum und Sharing-Modellen.

Die Wettbewerbsvorgabe einer sogenannten „Solar Envelope“ ließ einen Baukörper von maximal 10 x 10 m als Grundmodul mit einer Höhe von max. 7 m zu. Das Team MIMO entschied sich für zwei, auf ca. 8 m verkürzte kompakte Wohnmodule sowie ein TGA-Modul, die gegeneinander- und übereinandergestellt von einer Klimahülle umgeben werden. Auf den zwei Ebenen befinden sich jeweils ein auf das Nötigste reduzierte Wohnmodul sowie unterschiedliche Gemeinschaftsbereiche wie eine Küche, ein großer Essbereich, eine Lounge und ein Erschließungsmöbel samt Stauraum. Der Haupteingang führt die Bewohner:innen quer unter dem Obergeschosswohnmodul durch den gemeinschaftlichen Küchenbereich, der durch doppelt gewebte Vorhänge räumlich und akustisch vom übrigen Raum trennbar ist. Hierüber und durch unterschiedliche Heizkreise kann der Küchenbereich in den Wintermonaten als Wärme­insel mit einem höheren Temperaturniveau einzeln genutzt werden. Beim Übergang in den zweigeschossig konzipierten Hauptraum spannt sich ein lichter Raum mit Fensterflächen auf. Hier findet das gemeinschaftliche Leben statt mit einer raumbildenden Treppe, welche die obere Lounge erschließt und verdeckten Stauraum bietet. In die Fenster eingebettete Photovoltaikzellen sorgen dabei für Strom-ertrag und Schattenwurf. Primär gewähren die solaren Gewinne für die Beheizung des Raumes, erst bei sehr niedrigen Temperaturen kommt eine Fußbodenheizung zum Einsatz. Die Raummodule basieren auf vorgefertigten massiven, leimfreien 12 bis 18 cm starken Vollholzwand- und Deckenelementen, die zu den Gemeinschaftsbereichen durch verschraubte Korkdämmplatten thermisch und akustisch gedämmt werden. Lehmsteine dienen der Nordfassade als thermische Speichermasse und Schallabsorber, Lehmputz wurde als Wärmespeicher und Feuchteregulierer im Bad auf Lehmbauplatten in Kombination mit Wandflächenheizungen aufgebracht.

www.mimo-hsd.de

Fotos:

Marvin Hillebrand
Team Mimo

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|22)