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Kirchenpräsenz

Das Maxhaus in Düsseldorf

Der Ursprung des Franziskanerklosters liegt im Jahr 1651, als die Franziskaner von Herzog... mehr
Der Ursprung des Franziskanerklosters liegt im Jahr 1651, als die Franziskaner von Herzog Wolfgang Wilhelm ein Grundstück auf der damals noch unbebauten Citadelle erhielten. 1655 legten sie den Grundstein für ihr Kloster, das 1661 fertiggestellt wurde. Gravierende bauliche Mängel führten bereits im Jahr 1734 zu Abriss und Neubau der Kirche. Durch die 1735 begonnene und 1743 vollendete Erweiterung von Ost- und Südflügel wurde das Kloster in diesem Bereich auf seine heutige Front an der Schulstraße vergrößert. Am 4. Oktober 1737 wurde in der Kirche, die zunächst dem Hl. Antonius von Padua geweiht war, erstmals Gottesdienst gefeiert. Die Säkularisation zwang die Ordensmänner 1804 ihr Kloster aufzugeben. Der Franziskaner-Konvent wurde aufgehoben und aus der ehemaligen barocken Klosterkirche St. Antonius wurde am 19. Juni 1805 die Pfarrkirche St. Maximilian. 
Im Klostergebäude fanden nun auch Pfarr- und Schuleinrichtungen ihren Platz. Heinrich Heine, 1797 geboren, besuchte dort von 1807 bis 1814 das Lyzeum. Heute befindet sich in dem 1856 vollendeten Neubau die Maxschule. „Die Max“, wie das Gotteshaus kurz genannt wird, blieb über alle Jahre hinweg als Pfarrkirche erhalten. Zahlreiche Besucher schätzen heute besonders das umfangreiche und ansprechende musikalische Programm. Ab 1999 laufen Planungen, aus dem ehemaligen Klostergebäude ein neues katholisches Stadthaus zu machen. Die Umbaumaßnahmen dauern länger als erwartet, da ständig archäologische „Überraschungen“ den Baufortgang verzögern: Da werden die alten Grundmauern wiedergefunden, für die keine Pläne existierten. Die Gebeine der vor Jahrhunderten auf dem Klostergelände bestatteten Franziskaner müssen geborgen und würdig beigesetzt werden. Der Antoniussaal darf für längere Zeit gar nicht betreten werden – die Denkmalpfleger gehen ein und aus. 2006 ist es dann soweit. Kardinal Meisner kann das Maxhaus mit den Worten einweihen: „Die katholische Kirche ist in der Stadt präsent.“

Für den Umbau zeichnete das Kölner Büro Schilling Architekten verantwortlich. Mit wenigen gezielten Eingriffen in die vorgefundene Substanz thematisiert es eine selbstverständliche bauliche Entsprechung der inhaltlichen Öffnung des Hauses. Dabei wird der in den 1960er Jahren erfolgte Umbau des Klosters in ein segmentiertes Wohn- und Bürogebäude weitestgehend zurückgenommen und das originäre Konzept eines auf sich selbst bezogenen Gebäudes wieder hergestellt. Der Klosterhof wird mit einer Stahl-Glas-Konstruktion überdacht und zu einem zentralen, die Ebenen verbindenden Raum für unterschiedliche Nutzungen ausgebaut. Sein Außenraumcharakter mit den sich im Tagesverlauf verändernden Lichtstimmungen bleibt erhalten. Das Konzept des Kreuzgangs als umlaufende Erschließung aller Räume um eine gemeinsame Mitte wird auf alle Etagen übertragen. Die angestrebte freundliche Offenheit des Gebäudes muss allerdings auf das Innere beschränkt bleiben, da die Außenfassade aus Denkmalschutzgründen nicht verändert werden darf. Die ehemalige enge Klosterpforte an der Schulstraße wird als zukünftiger Eingang wiederhergestellt. Das sich unmittelbar anschließende zweigeschossige Foyer, von dem sich alle öffentlichen Räume aus erreichen lassen, kontrastiert mit seinem großzügigen Charakter diese Enge und verdeutlicht den inhaltlichen Wandel des Hauses von einer introvertierten in eine öffentliche Nutzung.

Die im Zuge der Profanisierung der Anlage verschlossenen Öffnungen zwischen Klostergebäude und Kirche werden wiederhergestellt.
Uner­wartete Einblicke ins Innere der Maxkirche
machen die einstige Einheit von Kloster und Kirche erlebbar. Die bei den Ausschachtungsarbeiten entdeckten Relikte der ersten, deutlich kleineren Klosteranlage konnten erhalten, in die neue Konzeption integriert und den zukünftigen Besuchern zugänglich gemacht werden. Der wertvolle Teil der historischen Substanz wird restauriert und mit zurückhaltender Selbstverständlichkeit durch eine zeitgemäße Architektur ergänzt.

www.schilling-architekten.de
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Fotos

Christian Richters
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