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Im Dialog mit Kunst und Natur

Ein Atelierhaus in Nettetal schreibt das Wirken des Künstlerpaares van Eyk in die Gegenwart fort

Nach einem Leben, das während der Zeit des Nationalsozialismus von Verfolgung, Verhaftungen und... mehr
Nach einem Leben, das während der Zeit des Nationalsozialismus von Verfolgung, Verhaftungen und Diskriminierung geprägt war, erwarb das deutsch-holländische Künstlerpaar Anton Adriaan und Dorothea van Eyk 1958 ein ca. 22.500 m2 großes, bewaldetes Grundstück in Nettetal-Leuth. Der besondere Ort sollte es ihnen ermöglichen, ein Leben in sehr unkonventionellen Lebensformen zu führen. Das Paar lebte dort über Jahrzehnte bewusst naturverbunden und spartanisch. Es hat sich dabei ganz der künstlerischen Arbeit gewidmet. Der Park wurde von Dorothea van Eyk behutsam gepflegt und gestaltet. Die Kunstwerke, die sich im Park befinden, sind als ein Spiegelbild der beiden Künstler zu sehen, die ihr Leben zu einem großen Teil in der Natur eingerichtet hatten.

Seit dem Tod von Dorothea van Eyk im Jahr 1996 und Adriaan van Eyk im Jahr 2004 wird das Anwesen im Geiste des Künstlerpaares von den Erben weiter genutzt. Es entstand der Gedanke, über die konservatorische Nutzung als Ausstellungsort der Werke Anton und Dorothea van Eyks hinaus, einen Ort des künstlerischen Schaffens und der Kommunikation entstehen zu lassen. Einen Ort an dem Gastkünstler arbeiten können und im gemeinsamen Gedankenaustausch Werke erstellen und ausstellen. Auch dem Förderverein, der sich um die kritische Aufarbeitung und Erforschung der jüngsten Geschichte der Venloer Heide als ehemaligen Nachtjagdflugplatz bemüht, ist hier die Arbeit direkt am „Objekt“ ermöglicht.

In der Ruine eines Flugzeughangars aus dem Zweiten Weltkrieg, der zum Teil bereits als Werkstatt und Wohnhaus van Eyk diente, ist das neue Atelier- und Ausstellungshaus entstanden. Der Nettetaler Architekt Marcus Birker entwarf das Gebäude in direktem Bezug zur Natur. In der Gestaltung schlicht und auf das Notwendige reduziert, gliedert der mit Corten-Stahlplatten verkleidete Kubus den Raum zwischen den sechs Meter hohen Ziegelwänden des Hangars. Die rot nuancierenden Ziegelwände des Bestandsgebäudes wurden dabei mit der rauen, rotbraun oxidierten Stahlfassade des Neubaus aufgenommen und in eine neue, zeitgemäße Ausdrucksform übersetzt.

Der Wechsel von geschlossenen Wandflächen und großzügig verglasten Flächen gibt dem Neubau seine für ein Atelierhaus typische Erscheinung. Im Erdgeschoss befindet sich ein großer Veranstaltungs- bzw. Atelierraum, der auch als Ausstellungsraum genutzt werden kann. Die notwendigen Versorgungseinrichtungen und eine kleine Küche liegen in der Nähe des Eingangs. Der aus der baulichen Ergänzung des Atelierhauses entstandene Innenhof wird vielseitig genutzt - als Ausstellungsbereich für Skulpturen, Werkhof oder auch für Feste und Konzerte.

www.birker-architekt.de
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