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„Haus am Pegel“

Das neue Haus im Hafen

Der vom Atelier Fritschi, Stahl, Baum um- und neu gebaute Gebäudekomplex fällt nicht nur durch... mehr
Der vom Atelier Fritschi, Stahl, Baum um- und neu gebaute Gebäudekomplex fällt nicht nur durch moderne Architektur, sondern auch aufgrund seiner exponierten Lage auf. Im Schatten von St. Quirin, am Kopf des Hafenbeckens I liegt es nur wenige Schritte vom Markt und Rathaus entfernt.

Das Gebäude gliedert sich in drei Hauptkörper. Ein fünfgeschossiger Kopfbau an der Hammer Landstraße bildet den Auftakt und ersetzt an dieser Stelle einen wenig ausdruckstarken Baukörper aus den 1950er Jahren. Das horizontale Pendant zum aufwärts gerichteten Turmhaus bildet eine lang gestreckte, ehemalige Lagerhalle. Den Abschluss bildet ein auf den Altbau aufgelegtes, auskragendes Penthousegeschoss.

Vom Straßenniveau aus gelangt man über eine großzügig angelegte Freitreppenanlage auf den Entré-Platz, dieser ist dem Gebäude in Form einer angehobenen Terrasse vorgelagert. Durch den Haupteingang wird man von hier aus in ein luftiges, zweigeschossiges Foyer geführt. Vorbei am Empfang gelangt man in die oberen Geschosse des Gebäudes. Die großzügige Verglasung des Foyers in Richtung Hafenbecken ermöglicht reizvolle Panoramablicke auf die Neusser Innenstadt und das vorgelagerte Hafenbecken.

Im langgestreckten Hauptkörper des Gebäudes befinden sich vorwiegend Büro- und Konferenzräume. Die Hauptaufgabe bei der Umbauplanung des mit dem Kopfbau verbundenen Langhauses bestand zum einen in der Integration flexibel nutzbarer Geschossflächen in die vorhandene Gebäudestruktur und zum anderen in der Entwicklung einer Fassade, die den Charakter des ehemaligen Lagergebäudes respektiert und sich in die Architektur des Hafens einfügt. Die Betonstützen und Unterzüge des alten Tragwerks blieben weitgehend erhalten. Sie wurden in dezentem Weiß getüncht und machen als sichtbarer Bestandteil der Vergangenheit die Geschichte der ehemaligen Lagerhalle ablesbar. Im Kellergeschoss des Gebäudes sind zirka 50 Pkw Stellplätze in der durchgehenden Tiefgarage sowie verschiedene Technikräume untergebracht.

Die Grundrisse der einzelnen Geschossebenen sind jederzeit frei aufteilbar. Kleinere Einzelzellen lassen sich mit großen Räumen zu vielfältig nutzbaren Büroeinheiten kombinieren. Die alten Lochfassaden der langgestreckten, grau verputzten Außenwände der Lagerhalle wurden durch ein freieres Fassadenraster mit unterschiedlich großen Fensteröffnungen neu interpretiert.

Das Penthousegeschoss thront weithin sichtbar auf dem hinteren Ende des Bestandsgebäudes. Große Glasflächen und vorpatiniertes Kupfer heben diesen auskragenden loftartigen Baukörper besonders hervor und unterstreichen so den definierten Abschluss des Gebäudeensembles zum Hafen.

Schlichte Vordächer und sparsam eingesetzte Materialwechsel akzentuieren die Eingänge zum Gebäude. Drei neu eingefügte Treppenhäuser mit Aufzügen ermöglichen die barrierefreie Erschließung aller Geschossebenen. Die gestalterischen Details der Treppenräume mit einfachen Materialien und schnörkellosen Stahlgeländern bedienen sich der Formensprache funktionaler Industriearchitektur. Im Gegensatz dazu werden mit kräftigen Farben und expressiven Leuchten durch das Licht- und Farbkonzept Kontrastpunkte geschaffen, die auf die neue Nutzung der Hafenarchitektur verweisen.

Die Gestaltung der Oberflächen im Außenraum ordnet sich bewusst dem neuen Erscheinungsbild des Bauwerkes unter. Die vorhandenen Großpflaster- und Asphaltflächen wurden lediglich ausgebessert. Vorplatz und Terrasse erhielten eine abgesetzte Decke aus Betonsteinen. Die Außenbeleuchtung wirkt durch dezent gesetzte Lichtpunkte auf Gebäudeteile, vor allem aber durch die Inszenierung der beiden Hafenkräne. Diese zwei restaurierten Stahlkolosse verleihen dem gesamten Ensemble eine eigene Note und runden das gewünschte Miteinander von Hafenarchitektur und neuer Stadtentwicklung auf besondere Weise ab.

www.fritschi-stahl.de
www.nicolawalbeck.com
Architekten Fritschi, Stahl, Baum www.fritschi-stahl.de Fotos Nicola Roman Walbeck... mehr

Architekten

Fritschi, Stahl, Baum
www.fritschi-stahl.de

Fotos

Nicola Roman Walbeck
www.nicolawalbeck.com

Text

Prof. Benedikt Stahl