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Freies Spiel der Formen

Eine Villa in Krefeld besticht durch ihre Komposition der Baukörper und Räume

Krefeld ist bekannt für seine herausragenden Architekturbeispiele im modernen Villenbau.... mehr

Krefeld ist bekannt für seine herausragenden Architekturbeispiele im modernen Villenbau. Weltweit bekannt sind die Unternehmervillen Haus Lange und Haus Esters, die Mies van der Rohe in den 1920er-Jahren schuf, aber auch spätere Häuser wie von Bernhard Pfau und anderen dokumentieren die starken modernen Ambitionen in der Stadt. In diese lange Reihe ordnet sich auch die Villa ein, die der Recklinghäuser Architekt Dr.-Ing. Hermann Klapheck für die Bauherren in einem nördlichen Stadtteil Krefelds entwarf. Der Kontakt ergab sich durch den „Tag der Architektur“, bei dem der Bauherr Villenprojekte des Architekten in Essen und Recklinghausen besichtigte. Nach nur wenigen Entwurfsgesprächen war klar, dass das Büro der geeignete Partner für das Projekt ist.

Das vorgesehene Grundstück liegt in Stadtrandlage in einem Wohnviertel. Ein vorhandener Bestandsbau wurde komplett abgerissen. Die Bauherren gaben den Architekten für den Entwurf weitreichende Freiheiten an die Hand: Anstatt viele Wunschbeispiele und Vorgaben heranzutragen, vertrauten sie auf die freie Ausarbeitung des Entwurfs durch das Büro. Gemeinsames Ziel war eine moderne Villa mit Außenanlagen in einer außergewöhnlichen Architekturqualität, mit einer natürlich belichteten Tiefgarage und einem Außenpool. Außerdem sollte es großzügige Fensterflächen zur Gartenseite des Hauses geben – vergleichsweise geschlossen dagegen die Eingangsfassade zur Straße. Das Architektur­büro Dr. Klapheck entwarf die Villa als eine aus verschiedenen geometrischen Baukörpern zusammengesetzte Bauskulptur. Plastisch kragt ein flacher kubischer Baukörper über eine untere Sockelzone hinaus. Im Zusammenspiel mit den diagonal auf einer Achse arrangierten großzügigen Freitreppen zu Straße und Garten betont das den leichten Schwebecharakter des Bauwerkes. Die Anhebung des Geschosses hat aber auch funktionale Gründe: Wegen des hohen Grundwasserspiegels des Grundstückes musste die Tiefgarage im Kellergeschoss höher als normalerweise vorgesehen errichtet werden. Gleichzeitig erlaubt das erhöhte Niveau aber auch eine hervorragende Panorama-Aussicht aus dem EG: Sowohl vom Wohn- und Essbereich als auch von der Küche kann der Blick in die umliegende niederrheinische Landschaft schweifen.

Der Essbereich wurde sowohl in der Raumhöhe als auch was die Versorgung mit Tageslicht angeht, nach oben hin in einem kreisförmigen Oberlicht-Aufbau geöffnet. Das sorgt inmitten des weitläufigen Raumes für optimale Belichtungsverhältnisse. Oberhalb des Kubus schließt sich das markante, plastisch geformte Staffelgeschoss an, das durch ein rundum laufendes Fensterband aus stoßweise gesetzten Fenstern besonders akzentuiert wird. In Verbindung mit dem unteren Kubus mutet dies wie eine kleine, stille Referenz an Le Corbusiers berühmte Villa Savoye in Poissy an – statt eines Dachgartens befinden sich in dem dynamisch geschwungenen Baukörper in Krefeld aber das Schlafzimmer mit Ankleide und das großzügige Badezimmer des Hauses mit freistehender Wanne und - selbstredend - einem herausragenden Ausblick. Erschlossen wird das Obergeschoss über eine Wendeltreppe, die sich als skulpturales Halbrund über dem Kubus auch in der straßenseitigen Ansicht deutlich abzeichnet. Durch diesen Baukörper wird zugleich die gläserne Passage abgeschirmt, die daran anschließend, schräg über das Dach geführt, die privaten Räume des Staffelgeschosses erschließt. Die Geschossdecken sind auf allen Etagen durchweg von Rundstützen getragen – das ermöglicht es etwa, das Sockelgeschoss mit der Tiefgarage komplett umlaufend zu verglasen und mit gedämpftem, natürlichem Tageslicht zu versorgen. Zur Vermeidung sichtbarer Regenrohre an der Fassade musste daher die Entwässerung zentral im inneren Kern des Gebäudes untergebracht werden.

Die skulpturale Präsenz des Gebäudes wird gesteigert durch eine reduzierte, homogene Farb- und Materialauswahl. Die energieeffizienten Warmedämmverbund-Fassaden wurden durchweg weiß verputzt, Fensterprofilierungen aus Aluminium durch Überputztechniken sehr filigran gehalten. In den Innenbereichen sind alle Bodenflächen mit einem Eichenparkett verlegt – lediglich in den Bädern dominieren keramische Plattenbeläge. Alle Wandungen, Stützen und Stahlprofile wurden ebenfalls monochrom weiß gestrichen.

www.dr-klapheck.de

Architekt: Dr. Klapheck www.dr-klapheck.de Fotos: Hermann Klapheck Rohbauarbeiten:... mehr

Architekt:

Dr. Klapheck
www.dr-klapheck.de

Fotos:

Hermann Klapheck

Rohbauarbeiten:

Emil Altmeyer GmbH
www.altmeyer-bau.de

Fensteranlagen:

absolut Technik
www.absolut-metallbau.de

Außenputzarbeiten:

FTN Fassadentechnik Niederrhein
fassadentechnik@gmail.com

Innentüren:

Lueb + Wolters
www.luebwolters.de

Dachdeckerarbeiten:

Rolf Lutz
www.lutzdach.de