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Endlich angekommen!

Der frühere Bahnhof in Erkrath wurde zum Agenturstandort umgebaut

Bahnhöfe sind Transitorte – Ankunft und Abfahrt prägen sie, aber auch das Warten dazwischen. Für... mehr

Bahnhöfe sind Transitorte – Ankunft und Abfahrt prägen sie, aber auch das Warten dazwischen. Für eine Messe-Service-Agentur aus Erkrath bekam der dortige Bahnhof noch eine zusätzliche Bedeutung: In dem historistischen Empfangsgebäude, das in den 1980er-Jahren außer Dienst gestellt worden war, wurde 1998 das Unternehmen in einer kleinen Privatwohnung gegründet. Und genau dieses Gebäude war es, in das man fast 20 Jahre danach wieder einziehen wollte – mit einer kraftvoll gewachsenen Belegschaft von 30 Mitarbeitern und dem unwiderstehlichen Charme eines behutsam umgebauten Altbaus.

Melles Architekten aus Erkrath, die das Unternehmen seit seiner Gründung in baulichen und innenarchitektonischen Fragen begleiten, planten den Umbau des denkmalgeschützten Baus, der 1906 als repräsentatives Gebäude zur Innenstadt an der Bahnstrecke Düsseldorf-Elberfeld errichtet wurde. Während äußerlich alles nahezu beim Alten blieb, konnten die Innenbereiche modernen Büroanforderungen angepasst werden. Wichtig waren dem Bauherren helle, funktionale Räume – aber nur unter Beibehaltung aller bahnhofstypischen Einrichtungen: Sowohl die große Wartehalle als auch der Wartesaal für die 1. Klasse (vormals eine Außenstelle des Standesamtes Erkrath) sollte mit seinen Holzvertäfelungen, Deckenstuck und Kronleuchtern erhalten werden. Genauso wollte man unbedingt das alte Hauptportal und die Pendeltüren in die moderne Bürolandschaft hinüber retten. Infolge einer früheren Sanierung war der Bahnhof bereits in verschiedene Nutzungsbereiche unterteilt worden. Diese mussten zunächst erst einmal zu einer Gesamteinheit zurückgebaut werden. Danach konnte eine in sich geschlossene 720 m² große Bürofläche mit den unterschiedlichen Aufgabenbereichen entstehen – vom Vorstandsbüro bis hin zum klimatisierten Serverraum. Herzstück der auf dem Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss situierten Büronutzung ist die ursprüngliche Eingangs- und Wartehalle. Der etwa 5 m hohe Raum wurde in einen Empfang, ein Backoffice und – wo, wenn nicht hier? – in eine Wartezone für die Kunden unterteilt. Glaswände trennen die Funktionsbereiche voneinander, ohne die beeindruckenden Dimensionen des Raumes zu schmälern. Der Gestaltungsdevise folgend „Neues schaffen in alter Hülle“, wurde sowohl bei den Fußbodenbelägen als auch dem Mobiliar bewusst auf abgestimmte Kontraste in den Texturen und Farben gesetzt. Der Besucher erlebt das Bewährte so in einem ganz neuen, überraschenden Kontext. Dass das Umbauprogramm innerhalb von vier Monaten umgesetzt werden konnte, ist letztlich der langjährig gewachsenen Vertrauensbasis mit dem Bauherren und vielen verlässlichen Handwerkerkontakten zu verdanken.

www.melles-architekten.de

Fotos:

Thomas Thöne
www.thomasthoene.de