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Ein Ort der Trauer, mitten in der Stadt

Ungewöhnliches Projekt erfordert handwerkliches Geschick

Die Idee des Psychosozialen Zentrums war ebenso neu wie ungewöhnlich: Für Flüchtlinge, die fern... mehr
Die Idee des Psychosozialen Zentrums war ebenso neu wie ungewöhnlich: Für Flüchtlinge, die fern ihrer Heimat leben, und für Menschen, die keine Gelegenheit für einen Besuch der Grabstätte ihrer Angehören oder Freunde haben, sollte ein Ort errichtet werden, der allen Menschen – unabhängig von Religionszugehörigkeiten und Kulturen – eine Möglichkeit zur Trauer geben sollte. Ein Projekt, das gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Integrationsdebatte, in der vielfach die unzureichende Bindung von Migranten an Deutschland und ihre starke Orientierung an das Herkunftsland thematisiert wird, ein Mosaikstein zu einer echten Bindung, zu einem neuen Heimatgefühl werden und damit zu einer größeren Bereitschaft führen kann, sich auf diese neue Gesellschaft einzulassen.

Vor allem auch, weil Lebensereignisse wie Trauerfälle und Verluste universell, kulturunabhängig und ein Bestandteil des Lebens sind. Über dieses Thema kann eine Gemeinsamkeit entdeckt und gegenseitiges tieferes Verständnis geweckt werden. So bietet sich das Vorhaben auf mehreren Ebenen beispielhaft als eine Verknüpfungsstelle zwischen Bedürfnissen von Zuwanderern einerseits sowie der Mehrheitsgesellschaft andererseits an.Schon beim Entstehen der Idee war klar, dass ein kulturübergreifendes und kulturverbindendes Projekt sinnvollerweise auch von einer entsprechend zusammengesetzten Arbeitsgruppe geplant und umgesetzt werden sollte. Und so stießen Menschen unterschiedlicher Profession und unterschiedlicher nationaler, kultureller und religiöser Herkunft zur Projektgruppe. Doch bevor mit den detaillierten Planungen begonnen werden konnte, musste zunächst ein passender Ort gefunden werden. Und der liegt mitten in der Düsseldorfer Innenstadt, in der Nähe des Psychosozialen Zentrums und der Diakoniekirche Bergerstraße, die mitten im geschäftigen Leben einen geschützten Ort für Rückzug und Ruhe bietet. Nachdem der Ort feststand, wählte eine Jury aus vielen eingereichten Entwürfen den der Künstlerin Anne Mommertz aus. Dieser Entwurf sieht einen hellen, leicht geschwungenen Weg vor, der sich von beiden Eingängen her in eine schneckenförmige Form einschwingt. In der Schnecke führt der Weg leicht nach unten und findet eine Mitte in Form einer runden Wasserschale, die auch eine Fläche für Kerzen vorsieht. Die Einfassung des Weges mit Blaustein wird in der Schneckenform zu einer Bank. Begrenzt und beschützt wird der Trauerort durch Beete und eine dichte Bambusbepflanzung.

Neben der Künstlerin wurde auch Gartenwerk ins Boot geholt. Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb hatte die Aufgabe, den alten Baumbestand zu erhalten und zudem das auf dem Platz befindliche alte Pflaster wieder zu verwenden. Durch neues Material ergänzt, ergibt sich so ein einheitliches Bild. Die Herausforderung dabei lag vor allem darin, dass alle Steine des Kieselpflasters runde Unikate sind und einzeln von Hand gesetzt werden. Konträr dazu wurden die Einfassungssteine der Spirale gemäß eines von der Künstlerin erstellten Verlegeplans zentimetergenau eingebaut. Wäre auch nur ein Stein vertauscht worden, hätte irgendwann nichts mehr zusammengepasst. Mit der Bambuspflanzung im November 2011 eröffnet, wird der Platz seiner Funktion als Trauerort gerecht und findet viel Zuspruch.

www.trauerort-duesseldorf.de
www.gartenwerk-duesseldorf.de
Landschaftsarchitekten Gartenwerk Düsseldorf www.gartenwerk-duesseldorf.de Fotos Anne... mehr

Landschaftsarchitekten

Gartenwerk Düsseldorf
www.gartenwerk-duesseldorf.de

Fotos

Anne Mommertz
Werner Schwerter
Gartenwerk