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Ein Haus – zwei Gesichter

Ein Mehrfamilienhaus verortet sich präzise in seinem mehrdimensionalen Kontext

Seit einigen Jahren entsteht am Bahnhof Opladen auf den freigeräumten Flächen des ehemaligen... mehr

Seit einigen Jahren entsteht am Bahnhof Opladen auf den freigeräumten Flächen des ehemaligen Ausbesserungswerkes mit seinen Rangiergleisen ein neuer Stadtteil. Die „neue bahnstadt opladen“ umfasst rund 72 Hektar und soll exemplarisch Strategien und Lösungsansätze für die Reaktivierung alter Gleisbrachen aufzeigen. Unweit des erhaltenen und denkmalgerecht sanierten Wasserturmes haben Nebel Pössl Architekten aus Köln ihren Entwurf für ein Wohngebäude umgesetzt, das in einem zweistufigen Gutachterverfahren ausgewählt und für Nord-Süd Hausbau ausgeführt wurde.

Der lang gestreckte, viergeschossige Baukörper setzt auf zwei Baufeldern nördlich des neu entstandenen Platzes am Wasserturm einen klaren städtebaulichen Akzent. Indem er die Maßstäblichkeit des diagonal gegenüberliegenden früheren Magazingebäudes aufnimmt, erschafft er eine klare winkelförmige Kontur für den öffentlichen Platz. Die quaderförmige Grundform wird dabei – bei maximaler Ausnutzung des Baufensters – durch Aushöhlungen in zwei Körper gegliedert. Zum Straßenraum treten zwei massive Ziegelvolumen auf, die durch eine filigrane Stahlkonstruktion mit Loggien miteinander verklammert werden. Damit gewinnt der gestreckte Bau zur Straße hin an Plastizität und Proportion. Der rotbraune Wasserstrich-Backstein und der feuerverzinkte Stahl stellen zugleich einen Bezug zum historischen Kesselhaus her, das ebenfalls an die Freifläche grenzt. Erschlossen wird das Wohnhaus von der Straße aus über eine öffentliche Wegegasse, die durch den Baukörper hindurchführt. An der rückseitigen Putzfassade zeichnet sich eine skulptural ausgebildete barrierefreie Erschließungslandschaft ab, die durch Laubengänge und eine über die Fassade hinaus kragende, transparente Treppe gezeichnet ist. Die Anklänge an die Sprache der klassischen, weißen Moderne der 1920er-Jahre sind nicht zufällig gewählt: Ein benachbartes Gebiet mit kubischen Einfamilienhäusern bot dafür die ideale Vorlage. An den offenen Erschließungsgängen und der Dachstaße haben die Wohnungen eigene Haustüren und individuelle Vorbereiche.

Die Grundrisse der Eigentumswohnungen variieren dabei von 60 bis 140 m², wobei alle Wohn-Essbereiche, Loggien und Terrassen nach Süden hin orientiert wurden – klar getrennt von den  rückwärtigen Erschließungs- und Nebenräumen. An drei Gebäudeecken befinden sich im Erdgeschoss zudem multifunktionale Lofts mit weit überdurchschnittlicher Raumhöhe. Die Tiefgarage wird natürlich belüftet. Die Wärmeversorgung erfolgt über einen Anschluss an das Nahwärmenetz.

www.nebelpoessl.de

Architekten: Nebel Pössl Architekten www.nebelpoessl.de Fotos: Hans-Georg Esch... mehr

Architekten:

Nebel Pössl Architekten
www.nebelpoessl.de

Fotos:

Hans-Georg Esch
www.hgesch.de