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Bunter Ort zum Großwerden

Die Kita Tulpenstraße in Neuss-Reuschenberg

Das neue Gebäude der Kindertagesstätte Tulpenstraße in Neuss-Reuschenberg wurde inmitten eines... mehr
Das neue Gebäude der Kindertagesstätte Tulpenstraße in Neuss-Reuschenberg wurde inmitten eines gewachsenen kleinstädtisch anmutenden Wohnquartiers mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern errichtet. Anstelle des baufälligen Altbaus des ehemaligen Kindergartens konzipierten die Architekten Fritschi, Stahl, Baum aus Düsseldorf einen zweigeschossigen Neubau, der in seiner Lage die einmalige Situation des üppigen Gartens im Südteil des Grundstücks mit wertvollem, altem Baumbestand berücksichtigt.

Als Grundmotiv für das neue Gebäudes diente das Bild einer Stadt mit kleinem Platz, verwinkelten Gässchen, bunten Häusern, Stufen, Erkern und dem dort anzutreffenden lebendigen Treiben. Die Gebäudeerschließung erfolgt über einen Gartenweg von der Krokusstraße aus. Ein schmaler Weg führt von dort aus durch den nördlichen Vorhof zum Eingang. Der einfache kubisch geformte Baukörper wird hier durch ein frei in den Gebäudegrundriss eingestelltes kleines Holzhaus mit Satteldach aufgebrochen. Als Antwort auf die Formensprache der unmittelbaren Nachbarschaft betont dieses architektonische Urmotiv zugleich den Eingansbereich und die neue Adresse. Im Kontrast zu dieser einladenden Geste wirken die relativ geschlossenen Putzfassaden eher zurückhaltend. Große und kleine, hohe und niedrige Fensteröffnungen prägen im Wechselspiel mit eingegrenzten Farbflächen das Erscheinungsbild.

Der innere Aufbau des nahezu quadratischen Baukörpers entspricht der Lage auf dem Grundstück. Das zentrale Foyer dient als innerer Erschließungshof und verbindet alle Räume. Als großzügiger und heller Ort der Begrüßung und Begegnung ist es außerdem als erweiterter Spielraum kreativ nutzbar. Im Erdgeschoss, dem Foyer zuschaltbar, befindet sich ein großer Mehrzweckraum. Er lässt sich für diverse Angebote wie sportliche Aktivitäten oder kleine Feierlichkeiten nutzen. Die drei Gruppenräume mit jeweils 46 Quadratmetern lassen eine Gruppengröße von bis zu 25 Kindern zu. Alle Gruppenräume öffnen sich zur Südseite in den Garten und sind mit diesem ebenerdig bzw. über einen Balkon mit Treppe verbunden. Jedem Gruppenraum ist zusätzlich noch ein kleinerer Nebenraum zugeordnet. Farbe, Material, Oberflächenstruktur und Licht sollen dazu beitragen, jedem Raum eine eigene Atmosphäre zu verleihen. So gleicht kein Raum dem anderen. Jeder hat seine eigene Atmosphäre, seine eigenen Aus- und Einblicke. Farbe und Licht regen an, erzeugen Bühnen für fröhliches Spiel. Kleine Nischen werden zu Verstecken, in denen sich die Kleinen ihre eigene Welt erschaffen können und in denen die „Großen“ nichts verloren haben. Durch Schlitze und farbige Fensterchen entsteht die Welt in einem anderen Licht.

Als gestalterische Einheit heißen Haus und Garten die Kinderschar, alle Nutzer und die Menschen aus der Nachbarschaft herzlich willkommen. Hier ist ein Ort für Geschichten entstanden, ein Ort von geschützter und wohltemperierter Stimmung, an den man zeitlebens gerne denken mag.

Das Gebäude wurde 2009 mit dem 1. Rang des deutschen Fassadenpreises ausgezeichnet.

www.fritschi-stahl.de
www.nicolawalbeck.com
www.guidoerbring.com
Architekten Fritschi, Stahl, Baum www.fritschi-stahl.de Fotos Nicola Roman Walbeck... mehr

Architekten

Fritschi, Stahl, Baum
www.fritschi-stahl.de

Fotos

Nicola Roman Walbeck
www.nicolawalbeck.com Guido Erbring
www.guidoerbring.com

Text

Prof. Benedikt Stahl