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Bewahren einer Architekturikone

Das ehemalige US-Generalkonsulat in Golzheim wurde aufwendig saniert

Es ist eines der architektonischen Schmuckstücke des International Style der... mehr

Es ist eines der architektonischen Schmuckstücke des International Style der Nachkriegsarchitektur – das ehemalige US-Generalkonsulat in Golzheim wurde 1953 nach Plänen des bekannten US-Büros SOM Skidmore, Owings & Merrill erbaut, die zeitgleich an Ikonen wie dem berühmten New Yorker Lever House arbeiteten. Der für Entwurfsfragen zuständige Partner und spätere Pritzker-Preisträger Gordon Bunshaft plante das zeittypisch filigrane und aufgeständerte Gebäude in Stahlskelettbauweise zusammen mit drei weiteren Konsulaten in ähnlicher Konzeption für die junge Bundesrepublik. Ausgeführt wurden sie alle von Otto Apel, dem Gründer des bekannten Frankfurter Architekturbüros ABB.

Nachdem das US-Generalkonsulat ausgezogen war, wurde das Gebäude 1990 unter Denkmalschutz gestellt und als Vermietungsobjekt genutzt. Im Jahr 2014 erwarb die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG das Denkmal. Die Kölner Architekten msm meyer schmitz-morkramer wurden beauftragt, die Architekturikone für 5,5 Millionen Euro zu sanieren und in ein modernes Bürogebäude zu verwandeln. So ästhetisch die Architektur, so wenig entsprach das Gebäude heutigen Standards in Bereichen von Energie und Sicherheit. Nicht nur die filigrane Fensterfassade war undicht und ließ sich nicht mehr öffnen. Wegen der stark befahrenen Cecilienallee waren auch die akustischen Verhältnisse problematisch. Um die Auflagen des Denkmalschutzes mit den Bedürfnissen eines modernen Bürobetriebs zu vereinbaren, wurde die charakteristische Fassade nach heutigen Standards nahezu 1:1 nachgebaut, die historischen Travertin-Brüstungen wieder eingesetzt. So konnten auch die Fensterprofile so schlank gehalten werden wie sie ursprünglich waren. Auch beim Brandschutz wurde zu unkonventionellen, ja mutigen Lösungen gegriffen, ohne in die Denkmalsubstanz direkt einzugreifen: So erfolgt die Entfluchtung etwa über die Sanitärräume für Damen, die direkt in das gläserne Originaltreppenhaus münden. Nur noch wenig Originalsubstanz fand sich dagegen im Inneren. Die Architekten gestalteten das Interieur so, dass die moderne Eleganz der 1950er-Jahre punktuell zitiert wird, ohne dabei jedoch ins Retrodesign abzudriften. Das Entree mit schwarzen Marmorwänden und Juraböden wurde wiederhergestellt und durch einen neu entworfenen Frontdesk ergänzt. Farbakzente mit 1950er-Jahre-Bezug stehen den neutralen Grautönen des Bodens und Einbaumobiliars gegenüber. Eine innenarchitektonische Sonderzone ist allen drei Obergeschossen unweit des gläsernen Treppenhauses entstanden: Ein imposanter, offener Raum mit klarer, kubischer Struktur dient den Mitarbeitern als informelle Meeting- und Servicezone.

www.msm-architecture.com

Architekten: msm meyer schmitz-morkramer www.msm-architecture.com Fotos: HG Esch... mehr

Architekten:

msm meyer schmitz-morkramer
www.msm-architecture.com

Fotos:

HG Esch Photography
www.hgesch.de