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Zurück und nach vorne blicken

Die Zukunft des Bauens steckt im Bestand

„Wir haben uns richtig entschieden.“ Eine Aussage, die die Bauherren bestimmt immer mal wieder... mehr

„Wir haben uns richtig entschieden.“ Eine Aussage, die die Bauherren bestimmt immer mal wieder aussprechen oder denken, wenn sie durch ihre eigenen vier Wände schreiten, einem Loft von besonderem historischem Charme. Das war nicht immer so. Die Remise eines ehemaligen Fabrik- und Lagergebäudes befand sich in einem ruinösen Zustand, bevor die Bauherren es ihr Eigen nennen konnten. Andere wären rückwärts wieder hinausgegangen, sie aber sahen gleich das Potenzial, das dieses Relikt aus früheren Zeiten bot. Da bei alten Gebäuden mit unvorhersehbaren Schäden und verborgenen Mängel zu rechnen ist, holten sie sich fachlichen Rat bei dem jungen Berliner Architekturbüro UTArchitects. Mit sachkundigem Blick und raffinierten Lösungen konnten die Architekten die Bauherren überzeugen, die Remise zu kaufen, zu sanieren und umzubauen.

Das besondere Wohnerlebnis erstreckt sich heute über drei Geschosse, die durch eine neue Wendeltreppe verbunden sind. Im Erdgeschoss befinden sich ein großzügiger Ess- und Aufenthaltsbereich mit offener Küche. Daran angegliedert sind die privaten Räume mit Schlaf- und Arbeitszimmer. Der zurückspringende Dachaufbau im Obergeschoss bietet Platz für den eigentlichen Wohnraum und einer vorgelagerten Dachterrasse. Das Untergeschoss dient als Lager- und Abstellbereich. „Die besondere Herausforderung bei der Planung bestand vor allem darin, mit dem Bestand und nicht gegen ihn zu arbeiten“, so die Architekten. Das heißt, Vorgefundenes zu akzeptieren und nach Möglichkeit, große Eingriffe in die Bausubstanz zu verhindern. Für die neue Wendeltreppe wurde daher eine Position gefunden, die mit den räumlichen Ansprüchen übereinstimmt und gleichzeitig eine tragende Funktion zur Abfangung der aufgeschnittenen Kappendecken übernimmt und so zusätzliche Stützen vermeidet. Weitere Besonderheit ist die von den Architekten selbst entwickelte Schiebetüranlage im Erdgeschoss. Die Anlage aus rahmenlosen Kunststoff-Stegplatten endet mit eingebauten Verglasungen, die rahmenlos in das Bestandsmauerwerk eingeschlitzt wurden. Das Motto der Architekten „Die Großzügigkeit der ehemaligen Fabrikräume zu erhalten“ geht noch weiter. Bewusst haben sie Trennwände und Möbel niedrig gehalten, damit das Mauerwerk der Wände und Decken sichtbar bleibt und der Altbau nicht von den neuen Einbauten geprägt wird. Was die Materialien betraf, so war das Ziel, Neu und Alt miteinander korrespondieren zu lassen. Das Mauerwerk wurde gereinigt und mit einem Kalkschlämmputz versehen, der Fußboden ist mit einem hellen Heiz-Estrich ausgelegt und die Einbaumöbel wurden mit weißen Lackoberflächen versehen. Der neue Dachaufbau setzt sich durch eine Fassade aus Douglasien-Dreischichtplatten ab. Alles richtig gemacht – es ist ein individueller Wohn- und Lebensraum entstanden, der ein Wechselspiel aus Historie und Moderne bildet.

www.utarchitects.com

Architekten: Architekturbüro UTArchitects www.utarchitects.com Fotos: Ulrich Schwarz mehr

Architekten:

Architekturbüro UTArchitects
www.utarchitects.com

Fotos:

Ulrich Schwarz