Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Wasserflächen sind Sehnsuchtsorte

Thomas Rücker im Gespräch mit Alexander Happ, Buwog Group

Wasserflächen sind Sehnsuchtsorte
Alexander Happ ist Geschäftsführer Development Deutschland bei der Buwog Group
Thomas Rücker: Sie realisieren in Berlin eine Reihe von Wohnungsbauprojekten mit Uferlage. Was... mehr

Thomas Rücker: Sie realisieren in Berlin eine Reihe von Wohnungsbauprojekten mit Uferlage. Was fasziniert die Menschen so am Wasser?
Alexander Happ: Historisch hatte die Nähe zum Fluss praktische Gründe und garantierte gute Verkehrsanbindung: Flussübergänge und Kanäle waren Knotenpunkte und die Keimzelle neuer Siedlungen. Heute schätzen wir die Atmosphäre und den Erholungswert, die das Element Wasser erzeugt: Spiegelnde Wasseroberflächen werfen Licht von oben und unten und bringen ganzjährig mehr Helligkeit. Wasserflächen sind Sehnsuchtsorte. In Berlin kommt dazu, dass wir komplette Quartiere am Wasser entwickeln können, etwa mit „The One“ in der Europacity. Die Nähe zu Hauptbahnhof, Regierungsviertel, die Brücke nach Mitte, der gänzlich neue Stadtplatz vor der Tür und die direkte Lage am Schifffahrtskanal – diese Kombination ist das Außerordentliche. Grundsätzlich sind unsere Projekte in Wassernähe miteinander nicht vergleichbar. Wir bauen ja nicht in Serie, sondern schaffen unique Werke, in denen wir den Spirit jedes Ortes baulich umsetzen.

Wie sieht dies architektonisch beim Projekt „The One“ aus?
Bis 2019 wird ein Ensemble von zehn Bauteilen mit 231 Eigentumswohnungen, sieben Ladeneinheiten und zwei Gastronomieflächen entstehen. Die Architektur ist geprägt von Gradlinigkeit, Sichtbeton, Klinkerelementen und großflächigen Fenstern. Die Entwürfe stammen von den Büros Grüntuch Ernst Architekten und RohdeCan Architekten, beides Sieger eines Architekturwettbewerbs. „The One“ öffnet sich entlang der Uferpromenade mit plastisch „gefalteten“, dreieckigen Loggien und bietet damit den Blick auf den Schifffahrtskanal und das gegenüber liegende Ufer. Die Nachfrage ist groß: Rund vier Wochen nach Vertriebsstart sind bereits 50 Prozent der Wohnungen im ersten Bauabschnitt verkauft.

Was macht generell das Besondere einer Wohnung am Wasser aus?
Wohnen am Wasser bedeutet Nähe zur Natur, attraktive Ausblicke und oft spezifische Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Unsere neue Quartiersentwicklung „52 Grad Nord“ öffnet sich in gesamter Tiefe der Promenade und dem Wasser. An der Dahme entstehen hier Wohnungen, Penthouses, Stadthäuser und Haus-in-Haus-Konzepte, die dem maritimen Flair entsprechen. Das weitere Projekt „Uferkrone“ in Köpenick ist ein Ensemble aus neun Solitären, das zum Wasser hin vielfältige Blickbeziehungen öffnet, samt Bootsanlegern und öffentlicher Promenade. Wir haben die besonderen Blickbeziehungen zum Wasser in der Planung zuvor mittels 3D-Visualisierung berücksichtigt. Die Architekten, wir und auch die Käufer konnten sich auf den Balkon stellen und per Virtual Reality den Wasserbezug prüfen.

Wen haben Sie als Käufer oder Mieter im Blick, wenn Sie am Wasser bauen?
Eine Wohnung am Wasser ist im Prinzip für alle attraktiv, von jungen Paaren und Berufsstartern über Familien mit Kindern bis hin zu Silver Agern. Meist greifen eher Arrivierte zu, die sich den Sehnsuchtsort bereits leisten können. Entscheidend ist, dass die Wohnung den Anforderungen der potenziellen Nutzer entspricht. Bei Größen, Grundrissen und Ausstattung legen wir deshalb großen Wert auf breit gefächerte Angebote. Je größer die Vielfalt der Wohnungen innerhalb eines Projekts, umso besser entwickelt es sich zu einem lebendigen Quartier mit guter sozialer Durchmischung.

Welche gestalterischen Grundsätze sind dafür wichtig?
Als Quartiersentwickler machen wir das Ufer erlebbar und holen, etwa bei „52 Grad Nord“, das Element Wasser mit großen angelegten Wasserflächen ins Ensemble hinein. Wohnungen und Loggien, Balkone oder Terrassen innerhalb des Projekts sind entsprechend ausgerichtet. Wünschenswert wäre ein weniger dogmatischer Umgang der Bezirke mit der Tiefe von Balkonen. Das trifft zwar alle in Berlin, zu kurz gedacht ist es dennoch. Zudem unterstützen wir das Bestreben des Landes Berlin, die Uferwege für alle zugänglich zu machen. Konkret: Beim Projekt „52 Grad Nord“ realisieren wir 600 m lange Uferwege, die auch öffentlich nutzbar sind. Je nach Mikrolage können Brücken, Stege oder eigens kreierte Wasserflächen die Lebensqualität bereichern. Über die Anforderungen des Bebauungsplans hinaus schaffen wir beispielsweise auch Pocket-Parks. Auch realisieren wir beim Wohnen am Wasser innovative Energiekonzepte. Beim „52 Grad Nord“ werden Wärme und Strom dezentral erzeugt. Fast 70 Prozent der Wärme sind regenerativ und CO2-frei.

Zur Person:
Alexander Happ ist Geschäftsführer Development Deutschland bei der Buwog Group. www.buwog.com

Thomas Rücker entwickelt seit mehr als 20 Jahren Kommunikations- lösungen für Immobilien-... mehr

Thomas Rücker

entwickelt seit mehr als 20 Jahren Kommunikations-
lösungen für Immobilien-
unternehmen. Er ist Gründer
und Geschäftsführender Gesellschafter des Beratungshauses Rueckerconsult und des Wissens- und Meinungsportals The Property Post. Zu den Kunden zählen Unternehmen aus dem Wohn- und Gewerbebereich, unter anderem Architekturbüros und Projektentwickler.
www.rueckerconsult.de