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Spielerischer Purismus

Eine Villa in Dahlem setzt sich durch dreidimensionale Fassadengestaltung markant in Szene

Die im November 2015 fertig gestellte Villa ist nach dem Abriss eines alten Hauses auf einem... mehr

Die im November 2015 fertig gestellte Villa ist nach dem Abriss eines alten Hauses auf einem Grundstück in Dahlem entstanden. Das Genehmigungsverfahren für den Neubau verlief auf ungewöhnliche Weise in Rekordzeit. „Innerhalb von nur zwei Wochen hat das Bauamt uns die Baugenehmigung erteilt“, berichtet Stephan Fuchs, vom verantwortlichen Architekturbüro Fuchs Wacker. Überzeugt hatte das Bauamt vor allem der Entwurf. Die Architekten wenden ein Gestaltungsprinzip an, was Funktion und Ästhetik auf ungewöhnlich kreative Weise mit­einander verbindet.

Der Kern des Hauses besteht aus Glas- und Keramikflächen. Die starke Transparenz sorgt für viel Licht und einen maximalen Bezug zur umgebenden Natur. Der Fokus auf Glas erinnert an die berühmten Entwürfe der Moderne, wie Phillip Johnsons Glass House oder Mies van der Rohes Farnsworth House. Diese Häuser stehen isoliert, in einer weiten Parklandschaft, teilweise abgeschirmt durch Bäume. In einem verdichteten Kontext wie in Dahlem würde deren radikale Transparenz das Haus unbewohnbar machen. Die Bewohner müssten vollkommen auf ihre Privatspähre verzichten.

Um für die Bewohner nicht nur Transparenz sondern auch Privatheit zu schaffen, erweitern die Architekten den durchsichtigen Glaskern um eine weitere Ebene. Sie lassen die Dachränder ungewöhnlich weit um 1,5 m auskragen, was für eine zusätzliche Verschattung sorgt. Um den Glaskern herum bauen sie außerdem eine zweite Fassade aus scheinbar schwebenden Wandscheiben in weißem Putz. Der Raum zwischen Glasfassade und Wandscheiben bietet sich für Terrassen und Balkone an. Sie schützen ebenso die Bewohner vor zu viel Sonne und den neugierigen Blicken der Passanten oder Nachbarn. Die Architekten schaffen ein Haus, was viel Transparenz im Sinne der Architektur der Moderne bietet. Dabei müssen die Bewohner aber nicht auf ihre Privatsphäre verzichten. Das Gestaltungsprinzip der Architekten löst nicht nur praktische Probleme wie Sonnen- und Sichtschutz. Die Kombination einer transparenten Fassadenebene aus Glas und einer undurchsichtigen aus Stein verleiht dem Gebäude eine ungewöhnliche Anmutung. Das Haus ist nicht mehr nur ein Kubus mit planen Wänden, sondern bietet in der Fassade ein dreidimensionales Spiel von Formen, Materialien, Licht und Farben. Der Purismus der Moderne verliert seine Kühle und erhält zusätzlich eine leichte, spielerische Note.

Die Architekten haben die Villa in vollem Umfang geplant. Dazu gehörten neben der Gestaltung der Außenanlagen und des Lichtkonzepts auch die Auswahl der losen Möblierung sowie der Kunst, in enger Abstimmung mit dem Bauherrn. Im Erdgeschoss wurde Naturstein gewählt, „aus dem Gedanken heraus, dass in dieser Wohnebene traditionell das Material aus dem Fels geschlagen wird“, so Stephan Fuchs. Bei der Treppe ins Obergeschoss nehmen die Architekten einen Wechsel des Materials vor. „Der Baum wächst nach oben. Deswegen verwenden wir in den oberen Räumen für die Böden Holz. Auch weil hier die privaten Räume sind, in denen eher mal barfüßig gelaufen wird“. Das Innere des Hauses ist ebenfalls luftig gestaltet. Das Zentrum bildet ein zweigeschossiger Raum, von dem aus die Bewohner in alle Richtungen des Hauses sowie in den Garten blicken. Über dem dort aufgestellten Esstisch schwebt eine Lichtskulptur. Den Übergang vom öffentlichen Essbereich zu den privaten Zimmern bildet die Galerie im Obergeschoss. Diese lässt den Blick in die Wohnräume zu, bevor man in den rein privaten Bereich gelangt. „Bildlich könnte man diese Brücke auch als Hängebrücke auffassen, die man hinter sich hochziehen kann“, meint der Architekt. Man gelangt in die Schlafzimmer, zum Ankleide- und Badezimmer sowie in den Wellnessbereich mit Sauna. Die Transparenz verwandelt sich in Abgeschiedenheit. Der Bewohner darf sich geschützt vor der Außenwelt von den Strapazen des Alltags erholen.

www.fuchswacker.de

Architekten: Architekturbüro Fuchs Wacker www.fuchswacker.de Licht: Büro für... mehr

Architekten:

Architekturbüro Fuchs Wacker
www.fuchswacker.de

Licht:

Büro für Lichtgestaltung
www.lichtgestaltung.de

Küche:

Küchenhaus Berlin
www.kuechenhaus-berlin.de

Elektro (Planung):

Vetter
www.vetter-info.de

Elektroarbeiten:

HVT
www.hvt-potsdam.de

Media:

Studio 26
www.studio26.de

Kamin:

r & m
www.r-u-m-fliesen.de

Tischlerei:

Dirk Rothe Tischlerei
www.tischlerei-rothe.de

Parkett:

Kutlar – Parkett- u. Dielenarbeiten
www.kutlar-parkett.de

Fliesen:

Körner Platten, Fliesen, Natursteine
www.karl-koerner.de

Sauna:

Teka
www.teka-sauna.de

Garagentor:

Elster Tore
www.elster-tore.de

Fotos:

Johannes Vogt