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Sieben Fragen an Prof. Wolfgang Schuster

Prof. Wolfgang Schuster ist Vorsitzender des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Berlin e.V.

CUBE: Was sind Ihre drei Lieblingsorte in Berlin? Professor Wolfgang Schuster: Die Deutsche... mehr
CUBE: Was sind Ihre drei Lieblingsorte in Berlin?

Professor Wolfgang Schuster: Die Deutsche Oper, weil man dort so herrlich in andere Welten eintauchen kann und weil die Architektur nicht den Versuch macht, die Inszenierungen vorweg zu nehmen. Die Glienicker Brücke, weil der Mythos, der der Brücke zugesprochen wird, die Geschichten der Teilung dieser Stadt noch überhöht. Der Tegeler Flughafen. Er funktioniert so unprätentiös wie eine Bushaltestelle. Man freut sich auf die weite Welt, jedoch umso mehr auf die weite Welt in Berlin.

Was war für Sie das letzte realisierte Architektur-Highlight in Berlin?

Das Wohn- und Geschäftshaus Michaelkirchstr. 12 von Roger Bundschuh Architekten. Eine Baulücke, deren Konzeption die „Lücke“ thematisiert. Hier wird nicht die Front geschlossen, sondern die Lücke inszeniert.

Was sollte in der Stadt noch passieren? Was fehlt?

Der Stadt fehlt es an Zukunftsideen. Der Senat verwaltet jetzt gerade die Fragestellungen von gestern. Das ist auch die Aufgabe von Verwaltungen. Die Politik müsste die Zukunft thematisieren. Sie tut es aber nicht.

Was ist Ihre persönliche Bausünde in Berlin?

Ein Doppelhaus in der Thielallee. Die größere Sünde war jedoch, dass ich mich nicht genügend gegen den Bau des Preußenschlosses – verharmlosend auch Humboldt Forum genannt – eingesetzt habe.

Worüber unterhalten Sie sich mit Ihren Kollegen derzeit?

Über das Wetter. Alle anderen möglichen Themen – Stadtschloss, Bauakademie, Verwaltung senatseigene Grundstücke, Flughafen Tegel, usw. erzeugen nur schlechte Laune. Wenn ich das Bedürfnis nach Übelkeit habe, unterhalte ich mich mit den Kollegen über den BER.

Welches ist Ihr Lieblingsrestaurant?

„Kreuzberger Himmel“, Yorkstr. 89. Der Betreiber ist „Be an Angel Gaststättenbetriebs GmbH“, ein Integrationsprojekt für Immigranten. Es ist nicht die beste syrische Küche in Berlin, jedoch die Drittbeste. Das Restaurant ist toll, weil es nicht nur integrativ in der Küche, sondern auch noch tagsüber ein soziales Umfeld für Schulkinder im Kiez schafft; und alles geht durch den Magen.

Wie sind Sie in der Stadt unterwegs?

Mit einem imaginären westfälischen Hausschwein.

Herr Professor Schuster, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Professor Wolfgang Schuster, geboren 1951, ist nicht nur Architekt, sondern auch Theaterwissenschaftler und Kunstgeschichtler. Seit 1992 arbeitet er als Honorarprofessor für Baukonstruktion und Entwerfen an der BTU Cottbus. 2011 wurde Schuster zum Vorsitzenden des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Berlin e.V. gewählt.