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Neuer Nutzen alter Weite

Luftig und individuell – umgebaute Fabriketagen am Prenzlauer Berg

Für den gründerzeitlichen Altbaugürtel Berlins ist die unmittelbare Nähe von Wohn- und... mehr

Für den gründerzeitlichen Altbaugürtel Berlins ist die unmittelbare Nähe von Wohn- und Gewerbegebäuden charakteristisch. Auch in diesem Ensemble wurde sowohl gewohnt als auch produziert: Während sich im Vorderhaus und in den Quergebäuden seit jeher Wohnungen befanden, diente der Seitenflügel zwischen dem ersten und dem zweiten Quergebäude einst als Fabrik.

Bis heute wird der Seitenflügel gewerblich genutzt. Ein An-Institut der Humboldt-Universität hat sich hier angesiedelt, eine Anwaltskanzlei, ein Künstleratelier und das Büro Ruf + Partner Architekten. Es ist das Architekturbüro, das auch mit dem Umbau des Seitenflügels betraut wurde, der sukzessive erfolgt – immer dann also, wenn eine Einheit frei wird, setzen die Architekten dort das neue Gestaltungskonzept um. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf die Innenräume, da die Gebäudesubstanz bereits Anfang der neunziger Jahre saniert wurde.

Fünf der zehn Gewerbeeinheiten wurden bisher umgebaut. Zentrales Element ist dabei stets ein hölzerner Kubus, der in den Eingangsbereich gestellt wird und die Sanitäranschlüsse für Bad und Küche enthält. Diese Lösung ermöglicht es, die zwischen 140 und 170 m² großen Gewerbeeinheiten variabel zu nutzen. „Flexibilität ist für uns ein wichtiges Gestaltungsprinzip“, erläutert Karsten Ruf. Sie erlaubt es auch, die jeweilige Fläche nach Auslaufen des Mietvertrags ohne allzu großen Aufwand für andere Anforderungen herzurichten – ein klarer wirtschaftlicher Vorteil für den Eigentümer der Immobilie.

Erleichtert wird diese Flexibilität, weil es innerhalb der einzelnen Mieteinheiten keine tragenden Wände und jeweils nur eine einzige tragende Stütze gibt. Ganz offen gestaltet ist das Künstler­atelier, dessen Fußboden aus beschichtetem Rohbeton die industrielle Anmutung unterstreicht. In anderen Mieteinheiten wiederum gibt es einzelne, durch Wände aus Industrieglaspaneelen voneinander getrennte Räume und Fußböden aus Kiefernholz. „Wir arbeiten gern mit dem warmen Material Holz, um einen Kontrast zu den harten, kühlen Materialien der Wände und der gewölbten Ziegeldecke der preußischen Kappen zu schaffen“, sagt Karsten Ruf. Beim Küchen- und Toiletten-Kubus entschied er sich für Rüster-Furnier, also das Holz der Ulme.

Ein weiteres charakteristisches Gestaltungselement ist der ebenfalls aus Holz gestaltete Tresen, der in den Büroeinheiten als kommunikatives Zentrum dient. Kommunikative Synergien entfalten sich auch innerhalb des Hauses: Der größte Mieter, das auf Organisationsberatung spezialisierte Institut artop an der Humboldt-Universität Berlin, bietet seine Seminarräume bei Bedarf den anderen Mietern zur Untermiete an.

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Fotos

Stefan Schrills
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