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Neuer Auftakt

Das bat Studiotheater der Schauspielschule Ernst Busch hat nach dessen Sanierung wieder geöffnet

Das bat Studiotheater der Schauspielschule Ernst Busch befindet sich in einem eher unscheinbaren... mehr
Das bat Studiotheater der Schauspielschule Ernst Busch befindet sich in einem eher unscheinbaren Hinterhaus in der Belforter Straße am Prenzlauer Berg. In den Jahren 1887-89 wurde das Gebäude als Tanzsaal errichtet, später zum Hinterhofkino umgebaut. In den sechziger Jahren gründete hier Wolf Biermann sein Arbeiter- und Studententheater. Die Schauspielschule Ernst Busch nutzt die Spielstätte seit 1974 für die Studio-, Diplom- und Praktikumsinszenierungen sowie Werkstattabende. Einige der bekanntesten Schauspieler Deutschlands haben hier ihre ersten Auftritte absolviert, darunter Nina Hoss, Lars Eidinger, August Diehl oder Sandra Hüller.

Bereits in den neunziger Jahren gab es erste Pläne, das Gebäude zu sanieren. Teile des Dachs waren baufällig, ebenso war die technische Ausstattung nicht mehr zeitgemäß. Realisieren ließ sich die Sanierung allerdings erst, nachdem das Gebäude aus seinem Status als Einzeldenkmal befreit wurde und das Land Berlin Gelder bewilligte. Die mit der Sanierung beauftragten Architekten von Ortner & Ortner Baukunst waren mit den Anforderungen der Hochschule bereits bestens vertraut. Das Büro ist seit 2011 verantwortlich für den Umbau der ehemaligen Opernwerkstätten in der Zinnowitzer Straße zum neuen Zentralstandort der HfS Ernst Busch. Die im Juni dieses Jahres wiedereröffnete Studiobühne am Prenzlauer Berg darf man als Vorbote sehen, für die geplante Einweihung des neuen Campus im nächsten Jahr.

Zentrales Anliegen der Sanierung des Studiotheaters war neben der Erneuerung des Daches, die Schaffung eines multifunktionalen, frei bespielbaren Bühnenraumes nach dem Vorbild der „Black Box“ oder eines „White Cube“. Weiteres Ziel war die Schaffung einer neuen Eingangssituation. Das entstandene Foyer ist barrierefrei gestaltet und empfängt den Besucher mit luftiger Raumhöhe. Die rote Einfärbung des geschliffenen Estrichbodens stellt eine Referenz an den roten Teppich dar. Im Eingangsbereich ist zusätzlich eine kleine Küche untergebracht, damit die Studenten sich bei ihren Proben verpflegen können. Den eigentlichen Bühnensaal ließen die Architekten komplett entkernen. In dem 20 x 12 m großen Raum mit roh belassenen Ziegelwänden ist nun eine moderne Lüftungsanlage installiert. Die alte Zuschauertraverse verschwindet, damit sich der Raum frei bestuhlen lässt. Neben dem Bühnensaal gehört noch ein Teil des direkt an das Gebäude anschließenden Seitenflügels zum Studiotheater. Dort sind jetzt neben Büros und Umkleideräumen weitere Probebühnen untergebracht. Alle Baumaßnahmen wurden innerhalb von nur 14 Monaten fristgerecht abgeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf rund 4,3 Millionen Euro.

www.ortner-ortner.com
Architekten: Ortner & Ortner Baukunst www.ortner-ortner.com Fotos: Stefan Müller mehr

Architekten:

Ortner & Ortner Baukunst
www.ortner-ortner.com

Fotos:

Stefan Müller