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Markanter Monolith

Zentral gelegenes Wohnhaus zeigt mit seiner Backsteinfassade einen unverwechselbaren Charakter

Bei dem von pfeifer architekten geplanten Bauvorhaben handelt es sich um den Neubau eines... mehr

Bei dem von pfeifer architekten geplanten Bauvorhaben handelt es sich um den Neubau eines innerstädtischen Wohnhauses mit zwei von einander unabhängigen Wohneinheiten. Das Gebäude besteht aus vier Obergeschossen, Untergeschoss und Gartenanlage. Zusätzlich sind zwei durch ein Flugdach geschützte PKW-Stellplätze entstanden. Das Grundstück befindet sich in Mitte, im Quartier nördlich der Invalidenstraße und östlich des Spandauer Schifffahrtskanals. Die sehr heterogen bebaute Gegend hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. In direkter Nachbarschaft findet man neben Regierungsinstitutionen, zahlreiche Wohnungs- und Verwaltungsneubauten, ebenso behördliche Megastrukturen wie den Bundesnachrichtendienst sowie ein als Rotunde getarntes DDR-Heizkraftwerk. Angrenzend an den rückwärtigen Bereich des Grundstücks entsteht ein Park mit renaturalisiertem Bachlauf der Panke.

Die vielgestaltige, markante Kubatur des Doppelhauses orientiert sich an den Reihenhäusern in direkter Nachbarschaft. Die an den Lichtverhältnissen und dem Nutzungsprogramm ausgerichtete, mehrfache Staffelung lässt verschiedene Terrassen entstehen. Die Bewohner dürfen sich über eine nicht einsehbare Patioterrasse mit Saunaanschluss freuen, ebenso über eine luftige Dachterrasse mit Alex-Blick. Die seitlichen und rückwärtigen Außenanlagen konzipiert Gartenarchitekt Ferdinand Kramer als Mini-Landschaftspark, den die Bewohner gemeinschaftlich nutzen. Nördlich schützt die Gartenmauer vor einem zu erwartenden Neubau. Die Fassade besteht aus einem vorgehängten Verblendmauerwerk aus recycelten Backsteinen im Reichsformat. Die Steine stammen von einem ehemaligen Gehöft in Sachsen-Anhalt. Arbeiter haben sie abgetragen, gereinigt, sortiert und nach Berlin transportiert. Die in Handarbeit im „wilden Verband“ verbauten Steine entwickeln ein lebendiges Farbspiel und verleihen dem Haus seine unverwechselbare monolithische Anmutung.

Das Raumprogramm haben die Architekten gemeinsam mit den Bewohnern entwickelt. Dabei sind überraschende Grundrisslösungen entstanden, die eine große Bandbreite an Nutzungen zulassen. Das Farb- und Materialkonzept sieht vor, sämtliche Baumaterialien natürlich zu verwenden und lediglich durch schützende Oberflächenbehandlung zu veredeln. Der Sichtesstrich ist zum Beispiel nur imprägniert, ebenso sind die Hölzer klar lackiert. Die Treppenläufe im Inneren des Gebäudes lassen die Architekten in Sichtbetonqualität fertigen. In spannungsreichem Kontrast dazu stehen die Innenwände des Treppenhauses, die bewusst ohne definierte Sichtbetonklassifizierung bleiben. Der große Wohn-Essbereich ist durch schaufensterartige Glasflächen großzügig mit den Außenanlagen verzahnt. Der dadurch entstehende Naturbezug, das viele Licht und die Öffnung des Blicks sorgen für eine ganz besondere Wohnqualität mitten in Berlin.

www.pfeifer-architekten.de

Architekten: pfeifer architekten www.pfeifer-architekten.de Tragwerksplanung: Niehues... mehr

Architekten:

pfeifer architekten
www.pfeifer-architekten.de

Tragwerksplanung:

Niehues Winkler Ingenieure
www.niehueswinkler.de        

Technische Gebäudeausstattung:

planungsteam energie + bauen
www.planungsteam-eb.de

Bauphysik/Passivhausplanung:

jh-ingenieure
www.jh-ingenieure.de        

Landschaftsarchitektur:

Ferdinand Kramer
Architektur Gartenplanung
www.ferdinandkramer.de

Brandschutzkonzept:

Eberl-Pacan
Architekten + Ingenieure für Brandschutz
www.brandwende.com

Fotos:

Thomas Koy