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In neuem Glanz

Der Kolonnadenhof der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel Berlin

Eine Freistätte für Kunst und Wissenschaften: Getreu nach den Vorstellungen Friedrich Wilhelms... mehr
Eine Freistätte für Kunst und Wissenschaften: Getreu nach den Vorstellungen Friedrich Wilhelms VI. entwickelt sich die alte Spreeinsel mit ihrer bedeutenden Sammlung zu einem Ort, dessen Freiräume nach Instandsetzung und Ergänzung der Bebauung erstmalig vollständig, öffentlich zugänglich sind. Zuerst wurde nach der Wiedereröffnung des Neuen Museums und Restaurierung der Kolonnaden der denkmalgeschützte Kolonnadenhof um die Alte Nationalgalerie fertiggestellt. Der Entwurf stammt von Levin Monsigny Landschaftsarchitekten.

Der Kolonnadenhof ist wie kaum ein anderer Freiraum geprägt durch die angrenzende Architektur. Seine Raumkanten bilden das Neue Museum, das Pergamon-Museum und den Kolonnadengang entlang der Spree und gegenüber vom Dom. In seinem Zentrum steht die Alte Nationalgalerie. Die Freifläche bildet ein stimmungsvolles Umfeld für die herausragende Architektur der Museen und eine ruhige Grundfläche für die Bronzeskulpturen der Alten Nationalgalerie.

Die Besonderheit der Museumsinsel wird auch durch die eigene Materialität deutlich: Wie ein Felsen ragt das gebaute Fundament aus dem Wasser. Der Kolonnadenhof verfügt, dank des zum Einsatz kommenden Belags aus Naturstein, über eine ruhige Grundfläche, welche die unterschiedlichen Museumsarchitekturen bestens zur Geltung kommen lässt. Aus dem Naturstein entsteht ein leichtes Relief: Vergleichbar mit angespültem Geröll oder geologischen Verwerfungen. Die Einbauten entwickeln sich aus dieser Reliefidee, auch die Vegetation: Alles kommt sozusagen aus dem Stein hervor.

Die Gliederung der befestigten Flächen und Grünflächen des Hofs entspricht den Vorgaben des Denkmalschutzes, die ursprüngliche Grundrissfigur wurde beibehalten. Erhaltener Bausubstanz kam eine große Bedeutung zu. So wurde der bislang eingelagerte Vierpassbrunnen wieder vor der Freitreppe der Nationalgalerie aufgebaut. Vorhandenes historisches Plattenmaterial der Hofgestaltung von 1880 wurde in die Verlegemuster der Wegeflächen integriert und mit der gleichen, historisch verbrieften Steinart ergänzt. Dabei handelt es sich um Striegauer Granit aus Polen. Innerhalb des ursprünglichen Grundrisses war dennoch Raum für Interpretation: Fahrbahn und Gehweg wurden nicht länger durch Höhenunterschiede markiert, sondern durch unterschiedliche Schlagungen des Granits als Kleinpflaster oder als großformatige Platten. Die komplette befestigte Fläche ist so barrierefrei. Höhenunterschiede gibt es ausschließlich zwischen Gehweg und Vegetation. Stehen im Zentrum des Kolonnadenhofs geschnittene Buchsbaumscheiben auf einer Rasenfläche, so entwickelt sich seitlich ein gleichmäßig niedriger Pflanzenteppich. Ebenfalls aus Buchsbaum, mit geometrischen Aussparungen. Dort bilden Efeu und bodendeckende Stauden den Untergrund für Skulpturen und Bäume. Die Skulpturen wurden entsprechend ihrer Wirkung in den Grünflächen angeordnet. Die Amazone von Louis Tuaillon befindet sich sogar an ihrem ursprünglichen Standort.

Die Museumsbauten werden von allen Seiten durch ein neutralweißes Licht angestrahlt, vergleichbar mit dem Mondlicht. Säulengänge und Kolonnaden werden durch eine warmweiße Lichtfarbe hervorgehoben. Die Beleuchtung der Freiflächen zeichnet den Grundriss der Gartenanlage nach. Die Beleuchtungsstärken sind dabei auf ein Minimum reduziert - um so die Dunkelheit als eine atmosphärische Qualität der Insel zu erhalten.

www.levin-monsigny.com

Striegauer Granit
Naturstein als homogener Belag in unterschiedlichen Schlagungen: Nach Maßgabe der historischen Vorgaben kommt auf dem Kolonnadenhof Striegauer Granit aus Polen zum Einsatz. Als Kleinpflaster und als großformatige Platte.
www.natursteinverband.de
Landschaftsarchitekten Levin Monsigny  www.levin-monsigny.com Fotos Claas... mehr

Landschaftsarchitekten

Levin Monsigny 
www.levin-monsigny.com

Fotos

Claas Dreppenstedt
DOM publishers