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Freude an der Vielfalt

Zwei Wohnhäuser finden eine Antwort auf eine stadtgeschichtlich stark gezeichnete Umgebung

Die beiden vom Büro „Modersohn & Freiesleben“ geplanten Wohnhäuser in Mitte haben Zugang von der... mehr

Die beiden vom Büro „Modersohn & Freiesleben“ geplanten Wohnhäuser in Mitte haben Zugang von der Neuen Roßstraße sowie Wallstraße. Beide Gebäude stehen auf zwei rechtlich zusammenlegten Grundstücken. Die Gegend in direkter Nachbarschaft zur Fischerinsel ist wie die gesamte Mitte Berlins gekennzeichnet von vielen Rissen und Brüchen, bedingt durch die ereignisreiche Geschichte der Stadt. Dreigeschossige Wohnhäuser aus der Zeit um 1800 treffen auf Geschäftshäuser aus der Gründerzeit. Neben DDR-Plattenbauten stehen dort ebenso schnell hochgezogene Billigbauten der Nachwendezeit. Als Wohnlage stand das Viertel lange Zeit nicht ganz so stark im Fokus. In der letzten Zeit ist dort aber eine rege Bautätigkeit zu beobachten. Das neu erwachte Interesse an der Gegend ist der zentralen Lage geschuldet.

An der Neuen Roßstraße zeigt sich deutlich, wie städtebaulich kompliziert die Ausgangssituation des Bauvorhabens war. Das auf einer zweimal 15 m breiten Parzelle errichtete Stadthaus wird auf der rechten Seite flankiert von einem Geschäftshaus aus dem Jahr 1913. Hier galt es, aus Gründen des Denkmalschutzes Bezug zu nehmen. Auf der linken Seite befindet sich nach hinten versetzt ein DDR-Plattenbau, der während der Bauphase teilweise von wild wachsendem Grün verdeckt wurde. Mittlerweile wurde der Bau modernisert. Das neue Wohnhaus behauptet sich mit einer beachtlichen Tiefe von 18,75 m zwischen den beiden ungleichen Polen. Sechs Vollgeschosse sowie zwei zusätzliche Staffelgeschosse sorgen für eine stattliche Erscheinung sowie für maximale Raumnutzung. Die Fassade ist mit Erkern, Loggien und Sandsteinplatten am Sockel und als Fensterrahmung sehr ereignisreich gestaltet. Es gibt historische Bezüge, wie zum Beispiel die Satteldächer der Staffelgeschosse. Scheinbar edles Holz bei den Türen kombinieren die Architekten mit verschiedenen Putzarten, Mustern und Farbe. Auf der Rückseite nimmt sich das Gebäude wieder zurück. Die Architekten betonen mit den durchgehenden Balkonen die Horizontale.

Im Innenhof steht das ebenfalls neu gebaute, achtgeschossige Gartenhaus. Zugang erhält das Gebäude von der Wallstraße, wo ein Neubau von Tobias Nöfer steht. Das Gartenhaus grenzt an der Rückseite an eine Brandwand, seitlich an einen Technikflachbau der BVG. Alle Wohnungen sind mit Wohnraum und Balkon der Sonne nach ausgerichtet. Im Innenhof gewähren die Bauvorschriften den Architekten mehr Freiheiten. Auch hier bedienen sie sich des Prinzips der Collage. Viele Elemente des Vorderhauses tauchen wieder auf, wie zum Beispiel die Flächenmuster aus unterschiedlichen Putzarten. Im Foyer treffen hochwertige handwerkliche Elemente auf schlichte Briefkästen aus industrieller Produktion. Beide Bauten setzen in ihrer Freude am Zusammenspiel unterschiedlichster Elemente einen eigenen Akzent inmitten der Berliner Vielfalt.

www.mofrei.de

Architekten: Modersohn & Freiesleben www.mofrei.de Fotos: Maximilian Meisse... mehr

Architekten:

Modersohn & Freiesleben
www.mofrei.de

Fotos:

Maximilian Meisse
www.meisse.de