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dedon

Gewebtes Design auf höchstem Niveau

Flechtmöbel sind nicht nur dekorativ, sondern auch echte Handarbeit. Stundenlang arbeiten... mehr

Flechtmöbel sind nicht nur dekorativ, sondern auch echte Handarbeit. Stundenlang arbeiten Flechtwerkgestalter liebevoll an ihren Kreationen – und das schon seit Jahrtausenden. Jedes geflochtene Stück ist ein Unikat. Ende September 2014 gab der Bundesinnungsverband des Deutschen Flechthandwerks deshalb bekannt, sein Metier als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe eintragen lassen zu wollen. Noch bis heute, so argumentieren sie, sei das Flechten eine auf der ganzen Welt verbreitete und vor allem verbindende Tätigkeit, die mit viel Geduld und Kreativität bewältigt werden muss. Letzteres beweist sich auch durch die vielen verschiedenen Flechtformen.

Nun hat sich nicht nur in der Art der Flechtkunst etwas getan, sondern auch in den dafür verwendeten Materialien. Eine solche Neuentwicklung ist die „Dedon-Faser“. Die erste Kunstharzfaser der Welt, die in der Lüneburger Produktionsstätte des Unternehmens entwickelt wurde. Sie zeichnet sich durch Robustheit, Beständigkeit, Wetterfestigkeit, hochwertige Farben und individuelle Texturen aus. Ihre charakteristische Beschaffenheit erinnert ein wenig an Leder oder Papier. Etwa 55.000 km dieser Faser werden pro Jahr produziert. Das reicht, um die Erde damit knapp anderthalb Mal zu umspannen.

Die Grundstoffe für die Faser werden zuerst zu winzigen Granulatkörnern in verschiedenen Farben gepresst, anschließend in den Extruderkessel geschüttet und dort auf genau 190 Grad erhitzt. Sobald das Granulat geschmolzen ist, wird es mit einer speziellen Kombination aus Inhaltsstoffen vermischt, die der Faser ihre besonderen Eigenschaften verleihen. Ein Stampfer presst die gummiartige Verbundmasse dann durch eine schmale Düse. Das Resultat ist – je nach Einstellung – eine Faser, die fast so aussieht wie Weide, Rattan oder Schilfrohr aus der Natur. Die verschiedenen Extrusionstechniken ermöglichen hier unvergleichliche Farb- und Oberflächeneffekte.

Nach einem umfassenden Qualitätsmanagement beginnt die eigentliche Handarbeit. Auf der philippinischen Insel Cebu, dem Mekka des Flechthandwerks, werden die Möbel gefertigt. Mit dem „Panama Armchair“ in Bronze flechten die Mitarbeiter das meist gewünschte Produkt. Dabei bildet ein Aluminiumgestell die Basis, um das ca. 650 m Faser in einem Stück geflochten werden. Einen Monat wird im Durchschnitt dazu benötigt. Hinzu kommen die Qualitätskontrollen und Logistik, sodass eine Wartezeit im Durchschnitt von 90 Tagen in Kauf genommen werden muss. „Unser Ziel war von Anfang an, zum Synonym für Qualität zu werden“, sagt Geschäftsführer Hervé Lampert. Ein Rundgang durch die Fabrik zeigt, mit welcher Präzision jeder einzelne Fertigungsschritt ausgeführt, überwacht, geprüft und dokumentiert wird. „Wir sind die einzigen in der Branche, die alles selbst machen und daher die alleinige Verantwortung für das Endprodukt tragen. Natürlich ist jedes Möbelstück handgefertigt, also wird es immer kleine Unterschiede geben“, betont Lampert.

Die Produkte sind so außergewöhnlich, wie ihr Inhaber. Robert „Bobby“ Dekeyser, Gründer von Dedon, ein lässiger und stets optimistischer Mensch, alles andere als konventionell. „Was wir machen, ist Handarbeit, die Seele hat“, sieht er einen der Gründe seines Erfolges. „Es ist jeder einzelne, der daran beteiligt ist. Man spürt, dass unsere Mitarbeiter eine große Lebensfreude haben, die sie auch immer in ihren handgefertigten Produkten vermitteln“, so Dekeyser. Die Möbel haben den Outdoor-Markt revolutioniert, denn sie sind in ästhetischer Hinsicht ein Hingucker und in der Beständigkeit der Faser ausgesprochen langlebig, weil ihnen Witterung, UV-Strahlen oder Salzwasser nichts anhaben können.

Fotos: Dedon www.dedon.de mehr