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Die Unternehmerstadt in Derendorf

Erster Teil unserer Serie: Die Rheinmetall Hauptverwaltung

Seit fast fünfzehn Jahren im Norden Düsseldorfs beheimatet, verkehrsgünstig gelegen und immer... mehr
Seit fast fünfzehn Jahren im Norden Düsseldorfs beheimatet, verkehrsgünstig gelegen und immer wieder gut für spannende Bauprojekte - die Unternehmerstadt hat sich zu einer wichtigen Adresse in der Landeshauptstadt entwickelt. Dort wo bis 1992 ein Jahrhundert lang die Produktionsstätten der einstigen Rheinischen Metallwaren- und Maschinenfabrik beheimatet waren, ist nach und nach ein ganzes neues Stadtquartier entstanden. So einzigartig die Mischung aus Arbeiten, Wohnen und Freizeit, so einmalig sind auch die Bauten: Spannungsvoll treten bewahrte Tradition und zeitgenössische Moderne miteinander in einen Dialog. CUBE stellt in dieser und den kommenden Ausgaben einige der schillerndsten Bauten vor, natürlich auch die Projekte jüngster Zeit. Den Auftakt bildet die Rheinmetall Hauptverwaltung an der Ulmenstraße: 1998 wurde sie von Rheinmetall Immobilien GmbH als Keimzelle einer Serie von Umwandlungsprojekten auf dem ehemaligen Industrieareal entwickelt.

Ausgangspunkt bildete dafür der ehemalige, 1915 errichtete neoklassizistische Direktionsbau. Die im Wettbewerb siegreiche Planungsgemeinschaft Hecker + Partner / Brauner + Hupperich ließ das denkmalgeschützte Gebäude bis auf das Tragwerk und die äußeren Fassaden vollständig entkernen. Die denkmalgeschützte Fassade aus Muschelkalk wurde dabei vollständig erhalten und originalgetreu restauriert. Dem besonders akzentuierten Mitteltrakt des Altbaus stellten die Architekten einen neuen transparenten Erschließungsturm an die Rückseite, in dem sich die WCs, Aufzüge und Treppenhäuser befinden. Besondere Details wie die charakteristischen Stahlgeländer der alten Treppenanlagen konnten bewahrt und in den neuen Anbau wieder integriert werden.

Die Lösung, die die Architekten für einen neuen modernen Erweiterungsbau wählten, ist so einfach wie bestechend: Dem alten Direktionshaus stellten sie einen fünfgeschossigen, auf Stützen gelagerten Riegel gegenüber, der sich spürbar an den Proportionen seines Nachbarn orientiert. Seiner Stahlbetonkonstruktion verpassten sie dabei eine zeitgemäße, kleinteilig elementierte Haut aus Sonnenschutzglas. Zwischen Alt- und Neubau spannten sie eine ebenfalls durch gläserne Transparenz bestechende, filigrane Stahlkonstruktion. Als Zwischenbau bietet er ausreichend Platz für alle öffentlichen Bereiche: die Lobby mit dem zentralen Empfangsbereich sowie ein unmittelbar dahinter anschließendes Auditorium.

Die Eingangslobby der Rheinmetall Hauptverwaltung präsentiert sich als eine weiträumige, lichte Halle. Mit der erhaltenen Altbaufassade aus Muschelkalk und der Glasfassade des Erweiterungsbaus stehen sich auch hier Tradition und Moderne programmatisch gegenüber. Zugleich setzt die rote, mit großformatigen Alupaneel-Elementen verkleidete Stirnwand einen starken, in den Außenraum weisenden Farbakzent.

Während der Erweiterungsbau auf allen fünf Etagen flexibel trennbare Groß- und Einzelbüros, Kantine und Casino beheimatet, befinden sich im Altbau drei weitere Büroetagen. Ein besonderes Highlight ist der Aufsichtsratssaal im Dachgeschoss des Mittelbaus: Eine gewundene Stahlwendeltreppe führt hinauf auf ein Mezzaningeschoss. Durch die runden Gaubenfenster ergibt sich ein wunderbarer Ausblick über das Areal der Unternehmerstadt und die umliegenden Stadtteile. Die erhaltene, weiß verputzte Dachkuppel ist mit einer maßgeschneiderten Schale aus hellem Ahornholz ausgekleidet. Sie sorgt für die richtige Belüftung und verleiht dem Saal eine warme Grundatmosphäre. Durch eine geschickte städtebauliche Komposition öffnet sich das Gebäudeensemble und schafft eine neue zentrale Vorplatzsituation. Der neu entstandene Rheinmetall-Platz ermöglicht Besuchern die direkte Vorfahrt bis unter das schützende Dach der Lobby. Andererseits verhilft er der neuen Schauseite des Gebäude auch zu einer starken Präsenz im Stadtraum. Mit der Rheinmetall Hauptverwaltung ist der Wandel tatsächlich zum Gebäude geworden – einen passenderen Auftakt für die neue Unternehmerstadt hätte es nicht geben können.

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