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Fließende Räume

Die gründerzeitliche Villa entfaltet nach Kernsanierung und Umbau ihre ganze Pracht

Der Stadtteil Rotherbaum gehört mit seiner Nähe zur Innenstadt und bevorzugten Lage an der... mehr

Der Stadtteil Rotherbaum gehört mit seiner Nähe zur Innenstadt und bevorzugten Lage an der Außenalster zu den besten Adressen in Hamburg. Das Gebiet zwischen Rothenbaumchaussee und Alsterufer umfasst die Badestraße, Feldbrunnenstraße, Heimhuder Straße und Johnsallee. Es ist geprägt von repräsentativen Villen mit parkartigen Gärten im Alstervorland, Reihenvillen und Etagenwohnhäusern mit Hausgärten sowie Terrassenhäusern und Passagen aus dem 19. Jahrhundert. Neben einem bedeutenden Bestand alter Straßenbäume weisen auch die Gartenanlagen vielfach alten Baum- und Gehölzbestand auf. Sie sind mit teilweise erhaltenen Mauern, Einfriedigungen, Pavillons und Terrassen Ausdruck der Gartenkunst ihrer Zeit. 

Beim gesamten Areal handelt es sich baurechtlich um ein Erhaltungsgebiet der Milieugebietskategorie l (Gebiete von gesamthamburgischer Bedeutung). Aufgrund seiner Größe und der ungewöhnlich hohen Qualität der erhaltenen Bebauung stellt es ein städtebauliches Ensemble von hohem Rang dar. Es repräsentiert sowohl die wesentlichen Bauformen des 19. Jahrhunderts als auch den Lebensstil des wohlhabenden Bürgertums dieser Epoche. Das ehemalige jüdische Viertel am Grindel gehört ebenso dazu wie die Wohnsitze bedeutender Künstler:innen und Wissenschaftler:innen. Diese Villa wurde wahrscheinlich 1882 erbaut, der Architekt ist nicht bekannt. Die Bauakten vermerken unterschiedliche Besitzer:innen und Nutzungen. Der Bauherr hat die Immobilie 2015 zum Wohnen und Arbeiten erworben und von BUB Architekten BDA kernsanieren und umbauen lassen. Das Souterrain wurde für eine Büronutzung saniert, das Hochparterre erhielt repräsentative Räume für Empfang und Besprechungen. Das Obergeschoss und das Dachgeschoss dienen der Wohnnutzung während das Dach als grüne Dachterrasse zugänglich gemacht wurde. 

Leitidee war, Charakter und Charme des Altbaus zu erhalten bzw. wieder herauszuarbeiten, unsensible Eingriffe aus den 1960er-Jahren in die Bausubstanz zu korrigieren, aber auch gezielt als Kontrast moderne, puristische Akzente zu setzen. Der Bauherr ist Kunstsammler und wünschte sich viele freie Wandflächen zur Hängung von Bildern. Raumhohe Einbaumöbel und Stahl-Glasabtrennungen unterstützen die fließende Raumabfolge. Die Küche öffnet sich über die gesamte Wandbreite ganz zum Garten. Im Rahmen der Sanierung wurden historische Wandmalereien im Treppenhaus freigelegt und die üppigen Stuckelemente aufwendig gereinigt und repariert. Das Gäste-WC erhielt einen besonderen Prägeputz. Die Fenster und Haustüren wurden nach traditionellem Vorbild erneuert und die historischen Holzdecken brandschutztechnisch ertüchtigt. Eine skulpturale Spindeltreppe erschließt nun die neue Dachterrasse. 

www.bub-architekten.de


Fotos:
Alexandra Bub

(Erschienen in CUBE Hamburg 04|23)