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Smart Home – die nächste Generation

Teil 2 – Entertainment gut versteckt

Intelligente Hausautomation trifft Home-Entertainment Stellen Sie sich vor, sie möchten einen... mehr

Intelligente Hausautomation trifft Home-Entertainment
Stellen Sie sich vor, sie möchten einen Film anschauen und mit nur einem Tastendruck auf der Bedieneinheit wird man in seine eigene kleine Kinowelt versetzt- der Fernseher fährt automatisch aus seinem Möbel und das Licht wird ohne jegliches Zutun herunter gedimmt, mehr noch, es passt sich dem Fernsehbild an. In einem atemberaubenden Klang und ebensolcher Bildqualität vergisst man alles um sich herum. Das ist keine Zukunftsvision, sondern Realität in seiner schönsten Vorstellung. Für Cineasten brechen damit goldene Zeiten an, denn sie werden zukünftig mit bester Technik in den eigenen vier Wänden ihren Traum eines kleinen Kinos wahr machen können. Hinzu kommt, dass die restlichen Familienmitglieder zur gleichen Zeit ihren eigenen Wünschen der Beschallung nachgehen können. Wo immer man sich im Haus aufhält, kann separat bestimmt werden, was in welchem Raum gehört oder gesehen wird – Entspannungsmusik im Bad oder Rockmusik im Kinderzimmer – individueller geht nicht.

Multirooming – selbstbestimmter Soundtrack für jedes Zimmer
Beim sogenannten Multirooming wird die gesamte Wohnung über einen Router Raum für Raum mit unterschiedlich gewünschter Musik versorgt und dies sogar gleichzeitig. Der Router bezieht die Daten von verschiedenen Speicherorten wie einem PC, einem Server oder direkt aus dem Internet und stellt sie im Heimnetzwerk zur Verfügung. Die Multiroom-Audio-Lösungen wie Musikquellen, Musikzonen und deren Lautstärken sind komfortabel von jedem Bediengerät steuerbar, da sie in die zentrale Hausautomation integriert werden. Jedoch ist dies nur mit digitalen Systemen möglich. Durch den Einsatz einer Netzwerkfestplatte als Datenträger entfällt das lästige Wechseln von CD’s. Eine ständige Verfügbarkeit der gesamten Musikbibliothek ist gewährleistet. Darüber hinaus ermöglichen viele aktuelle Systeme den Zugang zu über 10.000 Internet-Radiosendern und Zugriff auf verschiedene Musikdienste. Ein wesentlicher Vorteil ist die beliebige Erweiterung der Zonen (= Zimmer) und die Steuerung aller Räume mit nur einer Fernbedienung. Dies ist durch die vollständige Vernetzung der Anlage möglich. Bei einer analogen Versorgung lassen sich in Nebenräumen weder CD’s wechseln, noch die Lautstärke der Boxen unabhängig einstellen. Überdies ist keine beliebige Erweiterung von Zonen möglich.

35 Jahre lang hat die CD den Musikmarkt geprägt, heute wäre sie bereits für jeden zweiten Internetnutzer verzichtbar (BITKOM-Studie). Abgelöst wurden sie durch digital hochauflösende Audioformate wie Download- und Streamingdienste, welche generell das Übertragen und Abspielen von Dateien beschreiben. Sie haben deutlich höhere Klangqualität und kennen keine zeitliche Begrenzung. Endlose Beschallung ohne Wechsel und Wenden des Mediums. Die moderne Streaming-Technologie eröffnet völlig neue Möglichkeiten – von der Bedienung und Audioqualität bis hin zur Vernetzung mehrerer Räume kann sich ausgetobt werden. Mit sogenannten Highend-Audio-Streamern bietet sich ferner die Möglichkeit, Vernetzungen zu anderen Geräten herzustellen, beispielsweise die in einem Smartphone oder Tablet gespeicherten Lieder wiederzugeben sowie sie darüber zu steuern.

Das Fernsehen der Zukunft kommt aus dem Netz
Wie im Musikbereich ändert sich ebenso rasant das Fernsehverhalten. Statt zwischen Kanälen hin und her zu zappen, wollen Zuschauer individuelle Unterhaltung und selbst bestimmen, welche Inhalte wann geschaut oder gehört werden. Das bedeutet jedoch auch, dass es in zunehmendem Maße komplizierter wird – nie waren die Möglichkeiten des TV-Konsums so vielfältig. Was in den Fernsehzeitschriften steht, spiegelt längst nicht mehr das wahre Angebot wieder. Das Netz hat diesen Markt revolutioniert mit Konsequenzen für Nutzer und Hersteller. Das Ergebnis sind smarte Fernsehgeräte, mit denen man inzwischen alles machen kann, was Augen und Ohren wünschen. Das richtige Zubehör ermöglicht das Spielen, surfen, Musik hören, chatten, telefonieren, twittern, einkaufen, Urlaubsbilder ansehen, Daten archivieren und vieles mehr – die Möglichkeiten scheinen endlos. Künftig sprechen wir sogar mit einem Fernseher, Befehle werden mittels Stimmwiedergabe ausgeführt.

49% der Smart-TV Käufer nutzen die Online-Dienste ihres Fernsehgerätes bereits oft bzw. sehr oft. Spitzenreiter der genutzten Funktionen sind YouTube-Videos, Mediatheken und Musikdienste. Besonders soziale Dienste wie Facebook und Twitter sowie Videotelefonie gewinnen an Bedeutung.

Eine Vielzahl an Elektronikherstellen greift diese Entwicklung auf und bieten in immer kürzeren Produktzyklen immer komplexere Geräte an. Eine jetzige Bestandsaufnahme ist in einigen Monaten schon nicht mehr aktuell. Das hat zur Folge, dass der Endverbraucher den technischen Innovationen ohne fachliche Unterstützung kaum noch folgen kann. Für ein besseres Verständnis zur Bedienung der Smart-TV’s wurde deshalb von der Branche die Initiative „Smarter Fernsehen“ ins Leben gerufen, um zu erklären, was ein solches Gerät zum jetzigen Zeitpunkt alles kann. Neu ist zudem die „Smart TV Alliance“, in der die Hersteller gemeinsam offene Standards erarbeiten wollen, um die Benutzerfreundlichkeit in den Fokus zu bringen. Das hat nun erste positive Resonanzen, denn inzwischen wurden die smarten Oberflächen übersichtlicher gestaltet.

Im Übrigen ist nicht nur der Funktionsumfang der neuen Gerätegeneration im permanenten Wandel, selbst das äußere Erscheinungsbild bricht scheinbar mit den gängigen Vorstellungen eines Fernsehgerätes. Bildschirme werden nicht nur größer und flacher, sie können sich nunmehr verbiegen, um mehr räumliche Tiefe zu generieren. Das macht es interessant für die architektonische und innenarchitektonische Gestaltung von Räumen, denn zur optimalen Nutzung sind runde Wände kein Problem mehr.

Verstecktes Klangerlebnis als Teil der Architektur
Unabhängig in welchem Raum man sich befindet, der Trend geht zu versteckter Beschallung. Nicht jeder, der Wert auf guten Klang in seinen Räumen legt, möchte dies auch sehen. Purismus in seiner höchsten Form - viel Technik, wenig davon sehen. Sämtliche Mediageräte verschwinden hinter stilvoll gestaltetem Mobiliar und sogar Lautsprecher sind, wenn gewünscht, kein externes Zubehör mehr. Mit InWall- und InCelling- Lautsprechern setzten die Amerikaner bereits vor Jahren einen Trend, der inzwischen in Europa angekommen ist. Die kleinen Klangwunder lassen sich unauffällig ins Raumdesign integrieren oder komplett unter Putz verstecken, ganz ohne Einbußen von Qualität und Ästhetik.

Der Kabelwust, der zwangsläufig mit der Vielzahl an Geräten einhergeht, bleibt durch die versteckte Bauweise weitestgehend unerkannt. Selbst für das klassische Beispiel der Couchritze, in der sich über das Jahr so Allerlei sammeln kann, wurde mit funktionalen Mediaablagen der Problematik entgegen gewirkt. In ihnen verbergen sich dezent Ladekabel, Telefone und Fernbedienungen. Gerade in Ruheräumen wie dem Schlafzimmer ist sichtbarer Elektromüll höchst unwillkommen. Eine Möglichkeit wäre, Endgeräte wie beispielsweise ein E-Book oder Laptop mobil am Nachttisch anzudocken. Für Diejenigen, die selbst dort nicht ohne ihr Smartphone können, gibt es eine entsprechende Schublade, die nicht nur als Ladestation dient, sondern ebenfalls vor Strahlung schützen soll.
Blick in die Zukunft

Das chinesische Unternehmen Haier, eigentlich führender Hersteller von Haushaltsgeräten, erschließt sich den rasant wachsenden Markt der Smart TV’s und zeigt, wohin sich die Steuerung derselben entwickeln könnte. Er bedient sich dazu unseres Sehsinns. Hierbei steht vor dem Fernseher eine Kinect-ähnliche Kamera, die die Augenbewegungen eines einzelnen Zuschauers erfasst und verfolgt. Indem man nach rechts und links schaut, wird die Lautstärke geregelt, auf und abschauen aktiviert die Programmumschaltung. Der Abstand zur Kamera sollte für eine fehlerfreie Funktionsabfolge nicht weiter als 80 cm betragen.

Eine mögliche Alternative ist die Gedankenübertragung. Mit Hilfe eines Kopfhörerbügels und ausreichender Entspannung kommuniziert ein EEG-Sensor mit dem Fernsehgerät per WLAN, um die gewünschte Programmwahl zu treffen. Wer es unauffälliger mag, muss sich noch eine Weile gedulden, es wird bereits an einem EEG-Messgerät via Ohrring gearbeitet. Ein Nachteil, der sich bei dieser Methode unweigerlich aufdrängt, ist, dass sich Gemütszustände schlecht steuern lassen. Für nicht Wenige dient das Fernsehen dazu, um von einem anstrengenden Tag zu relaxen und nicht umgekehrt. Aber dieser Tatsache ist die Wissenschaft sicher längst auf der Spur.

Eine sehr begrüßenswerte Innovation ist hingegen das Aufladen der Geräte ohne Kabel. Möglich wäre dies in Form einer Ladeschale, in der alle Geräte einfach hinein gelegt und via Funk mit Strom versorgt werden. Der Prototyp wurde bereits auf der diesjährigen Elektronikmesse CES in Las Vegas vorgestellt.

Zusammenfassend lässt sich ebenso im Entertainment- und Multiroombereich feststellen, dass man in der Problematik der Insellösungen keinen Schritt weiter gekommen ist. Und das, obwohl auf diesem Gebiet der intelligente Vernetzungsgedanke seinen Ursprung nahm. Nach wie vor setzen die Hersteller auf ihre eigenen Systeme, die ein Miteinander verschiedener Produkte selten ermöglichen. Doch was macht man nun mit seinen teuren und lieb gewonnenen Anschaffungen ohne auf die smarten Raffinessen verzichten zu müssen? Eine allumfassende Antwort gibt es bisher nicht. Vielmehr ein Lichtblick und möglicherweise weit mehr, verspricht eine auf jeden einzelnen Nutzer programmierte App mit ganz persönlicher Bedienoberfläche. Sie würde es jedem Anwender ermöglichen, mit nur einem Klick, verschiedene Funktionen auszulösen. Klingt zunächst nicht neu, aber das Besondere wäre hierbei, dass Geräte unterschiedlichster Generationen und Hersteller sich mittels Ethernet-Infrarot-Modul (universelle PC-Infrarotsysteme) bedienen lassen. Umgesetzt wurde diese Anwendung bereits, steht aber dem öffentlichen Markt bislang nicht zur Verfügung. Es ist zumindest ein erster Schritt, denn der Ruf der Verbraucher nach intelligenter Vernetzung hersteller- und altersunabhängiger Mediasysteme manifestiert sich und wird seitens der Unternehmen in nicht all zu ferner Zeit nachgegeben werden müssen. Da sind sich die Entwickler dieser App sicher.

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