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ZwischenRaum

Sanierung und Erweiterung eines Siedlungshauses

Die Ganghofersiedlung, die unter den Nationalsozialisten als „Siedlung Göring-Heim“ für... mehr

Die Ganghofersiedlung, die unter den Nationalsozialisten als „Siedlung Göring-Heim“ für Angehörige der Messerschmidtwerke erbaut worden war und trotz vieler Besitzerwechsel architektonisch fast unverändert erhalten geblieben ist, sollte „revitalisiert“ werden. Dabei konnten die 149 einfachen, unter Denkmal- und Ensembleschutz stehenden Satteldach-Mehrfamilienhäuser um einen erdgeschossigen Anbau erweitert werden. „Für uns als Architekturbüro stellten diese Vorgaben eine große Herausforderung dar. So wollten wir hier zum einen exemplarisch zeigen, wie ein sensibler Umgang mit Bestandsgebäuden vonstatten gehen und zum anderen ein perfektes Fügen eines Neubaus erreicht werden kann“, erzählt die Architektin Nina Fabi.

Um das Bestandshaus komplett freigestellt zu belassen, wurde ein transparenter, selbsttragender Ganzglasübergang zwischen Bestand und Neubau gespannt. Dabei fungiert die Glasfuge als optische Trennung bei gleichzeitiger funktionaler Verbindung. Auf diese Weise konnten die gesamte Außenfassade des Siedlungshauses sowie das Gebäude in seiner Proportion vollständig erhalten bleiben.

„Im Entwurfsprozess hat sich schnell herauskristallisiert, dass in den kleiner geschnittenen Räumen mit den reduzierten Fensteröffnungen des Bestandes die Individualräume wie Kinder-, Schlaf-, Arbeitszimmer und Bäder untergebracht werden sollten“, so Fabi. „Zugleich war es den Bauherren wichtig, einen luftigen, offenen, großen Wohn-, Koch- und Essbereich im Erweiterungsneubau zu schaffen, der sich auch durch die gesamte innen- und außenräumliche Gestaltung vom Bestand klar absetzt.“ Somit sind kleinteilige, gemütliche Bereiche und moderne, großzügige Wohnsituationen unmittelbar nebeneinander entstanden.

Im Innenbereich des Bestands entschieden sich die Eigentümer für die Verlegung eines Dielenparketts. Zugleich konnten die alten Bestandstüren und die bestehende Holztreppe erhalten und aufbereitet sowie vorhandene Holzstützen wiederverwendet werden. Im Gegensatz dazu wurden im Neubau schwarz und weiß beschichtete Nutz-Estriche eingesetzt sowie filigrane, transparente Treppen und Geländer aus Stahl und Glas eingebaut.

Durch diese Maßnahmen steht der Anbau, der zusätzlich durch dunkle Farbgebung, vertikale Holzschalung und schmale, hohe Fensteröffnungen auf der Straßenansicht optisch verkleinert und abgesetzt wird, für sich. „Um die beiden Bereiche Wohnen und Essen miteinander zu verbinden und die Belichtung des Untergeschosses zu verbessern, haben wir die beiden Geschosse des Anbaus in der Vertikalen zusätzlich über einen Luftraum verbunden“, erklärt Fabi. Zusätzlich leiten Dachoberlichter das Tageslicht über eine verglaste Treppe bis ins Untergeschoss. Auf diese Weise wird eine maximale Nutzung des Neubaus als Wohnfläche erreicht.

www.fabi-architekten.de

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Herbert Stolz
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