Kinky Kitchen

Mit dem Restaurant theNoName wagt sich ein Fine Dining Konzept auf die Oranienburger Straße

Die Oranienburger Straße in Mitte war nach der Wende einer der Hotspots des damals noch wilden Berlins, bevor sie sich danach zu einer Touristenmeile entwickelte. Mit dem theNo­Name ist der Versuch gestartet, hier ein Fine Dining Konzept zu etablieren. In den Räumen des ehemaligen Café Orange steht Küchenchef David Kikillus am Herd. Der 37-jährige Spitzenkoch stammt aus Dortmund und erhielt dort 2016 in seinem Restaurant „Kikillus“ seinen ersten Michelin-Stern. Die Grundlage der Küche im theNoName sind ausgewählte Zutaten, die „nicht radikal regional, sondern radikal exzellent“ sind. Experimentierfreudige Gourmets können sich auf Chawanmushi mit Entenjus und Imperial Kaviar, US-Beef Tatar mit Sauerrahm, Dill, Bete und Saiblingskaviar oder auf ein Seeigel-Risotto mit australischem Wintertrüffel freuen.

Beim Interieur erhielten die Betreiber Unterstützung von der auf Gastronomie spezialisierten Berliner Agentur „The White Kitchen“. Die historische Architektur mit opulentem Stuck sowie fünf Meter hohen Decken blieb erhalten. Teile der Wände wurden von bodenlangen durchscheinenden Gardinen bedeckt, die dem Raum eine besondere Tiefe verleihen. Die hintere Wand des Gastraumes ziert eine Streetart des Berliner Künstlerkollektivs Murales, das an die japanische Bondage-Kunst Shibari erinnert. Die Kunst stellt einen Bezug zum Mitte der Nachwendezeit sowie zum ehemaligen Kunsthaus Tacheles her. Der exklusiv buchbare „Secret Room“ darf ebenfalls als Referenz an den Berliner Underground interpretiert werden. Steife Etikette gibt es im theNoName nicht. Hier präsentiert sich sterneverdächtige Küche im Kontext von Kinkiness und Subkultur.

www.the-noname.de

(Erschienen in CUBE Berlin 03/19)

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