Wohnen vielfältig gestalten

Das Wohnquartier Eichbaumsiedlung in Mülheim stellt sich zukunftsfähig auf

Unter Eichen mit ihrem dichten Blätterdach finden unzählige Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Die Eiche spielt auch bei einem Neubauprojekt in Mülheim an der Ruhr eine Rolle, die einer ganzen Siedlung ihren Namen gibt und vielen Menschen ein Zuhause bietet. Druschke und Grosser Architektur hat dieses identitätsstiftende Element in den Entwurf eingebunden, den sie im Auftrag der SWB Mülheim realisiert hat. In der Eichbaumsiedlung haben die Duisburger Architekten im Rahmen einer großen zusammenhängenden Quartiersentwicklung fünf geförderte Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage realisiert, die ihre Bewohner in den Treppenhäusern mit einem stilisierten Eichbaum als raumhohes Element begrüßt.


Die neuen Gebäude im KfW-55-Standard und mit begrünten Dächern befinden sich im Bereich Kleiststraße/Amundsenweg. Zuvor wurden an dieser Stelle die gleiche Anzahl sanierungsbedürftiger Gebäude mit 76 Wohnungen zurückgebaut. Mit der Neubaumaßnahme wurde neuer Wohnraum gewonnen: Auf fast 7.700 m² entstanden 100 neue, barrierefreie und öffentlich geförderte Wohnungen. Auch der bisher vor Ort ansässige Friseursalon ist hier wieder eingezogen. Die drei viergeschossigen Wohnhäuser an der Kleiststraße folgen dem bogenförmigen Verlauf der Straße und bilden in etwa den städtebaulichen Fußabdruck der vorherigen Nachkriegsbebauung. Durch die von der Straße zurücktretenden Staffelgeschosse wirken sie keineswegs wuchtig und fügen sich ideal in die offene Struktur der bestehenden Siedlung ein. Obwohl sich die Gebäude als Einheit verstehen, sind sie dennoch differenziert gegliedert. Ein jedes hat individuelle Merkmale erhalten. Die hellen Putzfassaden setzen eigene Akzente wie farbliche Absetzungen, positionieren die Fenster unterschiedlich, der Putz betont bei einigen Gebäuden die Horizontale, bei anderen wird die Vertikale hervorgehoben. Markantes Entwurfs­element sind die abgerundeten Gebäudeecken, die besonders in den auskragenden Balkonen zur Geltung kommen. Diese Liebe zum Detail findet sich auch im Innern der Gebäude wieder und lässt den Namen der Siedlung zum Programm werden: Ein raumhohes Element aus Lochblech bildet mit seinem Muster einen Eichbaum in den Eingangsbereichen. Verschiedene Wohnungsgrößen bieten Raumlösungen für Singles, Paare und Familien. Die Erdgeschosswohnungen auf der Süd- bzw. Westseite haben direkten Zugang zu den Mietergärten. Alle anderen Wohnungen haben großzügige Loggien. Die weiteren Außenflächen wurden als gemeinschaftlich genutzte Grünflächen mit Kleinkinderspielplätzen, Sitzbänken und Spielwiesen gestaltet. Alle Wohnungen sind durch einen Aufzug barrierefrei erreichbar. Zwei Häuser sind mit einer gemeinsamen Tiefgarage mit 36 Stellplätzen verbunden, die vom Amundsenweg erschlossen wurde und zusätzlich zu den oberirdisch geplanten Fahrradhäusern weitere Abstellflächen bietet.

www.druschkeundgrosser.de

Fotos:

Annika Feuss
www.annikafeuss.com

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 02|22)

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