Urzelle der FU

Denkmalgeschützte Gebäude der Wirtschaftswissenschaften wurden zeitgemäß ertüchtigt

Das Fachbereichsgebäude für Wirtschaftswissenschaften der Freien Universität Berlin liegt in einem von Villen geprägten Wohngebiet im Südwesten Berlins. Der 170 Meter lange Bau folgt dem kurvigen Verlauf der Garystraße und setzt sich aus flachen pavillonartigen Raumzellen zusammen. Mit seiner sichtbaren Stahlbetonskelettkonstruktion ist das Gebäude beispielhaft für eine Entwicklungslinie im Hochschulbau der 1950er- und 1960er-Jahre. Die lange Baufront unterteilt sich in zwei eingeschossige Hörsaaltrakte sowie einen dreigeschossigen Bibliotheks- und Verwaltungsflügel, dem auf der Gebäuderückseite ein großer Lesesaal eingeschossig vorgelagert ist.

In zwei Bauabschnitten haben Kersten Kopp Architekten vier Hörsäle sowie die Bibliothek des denkmalgeschützten Gebäudes saniert. In einem ersten Bauabschnitt erfolgte die Anpassung der Hörsäle an die heutigen Anforderungen der Technik und die geänderten Studienbedingungen. Die historische Hörsaalbestuhlung blieb dabei erhalten und die Raumakustik wurde verbessert. In einem zweiten Bauabschnitt wurde die Bibliothek saniert, neu ausgestattet und mit modernster Medientechnik versehen. Das entwurfliche und gestalterische Ziel der Sanierung war die Neuausrichtung der Bibliothek als Library and Learning Center.

Ein neuer Eingangsbereich mit Durchblicken zum Lichthof verleiht dem Haupteingang der Bibliothek eine höhere Wertigkeit. Die großen Lesesäle wurden in Anlehnung an das historische Vorbild von 1957/58 saniert. Gestalterisch prägendes Element war dabei die Wiederherstellung der Holzdecke in den Lesesälen und im Bereich der Information und Ausleihe sowie deren optische Verbindung zu einem Raumkontinuum. Um Durchbrüche für die Haustechnik zu schaffen, wurden teils umfangreiche Stahlträger als Abfangkonstruktionen eingebaut. Halbhohe Regale, die geschützte Bereiche ausbilden, gliedern den Lesesaal. Neue Fensterdurchbrüche verlängern den Saal optisch in den Außenraum.

In der Mittelspange zwischen den Lichthöfen sind Ateliers für flexibles Lernen entstanden. Im Freihandbereich bieten hölzerne Lernboxen mit Sitzpolstern und integrierten Bildschirmen den Studenten die Möglichkeit zu ungestörter Gruppenarbeit. Zwischen den Lernzonen gibt es immer wieder offene Bereiche mit Zugang zu den Innenhöfen. Vergrößerte Durchgänge verbinden die Zonen zu einem großzügigen Rundgang mit klarer Wegeführung. Entstanden ist ein abwechslungsreiches Spiel aus verschiedenen Lern- und Loungebereichen mit unterschiedlichen Aufenthalts- und Lernqualitäten. Mit behutsamen Eingriffen sowie neuen Farben und Materialien wurden die historischen Räume in die Qualitätsansprüche von heute überführt.

www.kersten-kopp.de

Fotos:

Werner Huthmacher
http://huthmacher-data.de/site/

DDC_0005-2_42_700pixel

Zeitlose Qualität

Ein Umbau verwandelt ein Haus aus den 60ern in eine zeitgenössische Villa

5867_15_700pixel

Das flambierte Haus

Ein Hybridbau mit einem Erdgeschoss in Massivbauweise und dem leichten, in Holzständerbauweise errichteten Dachgeschoss auf seiner Betondecke – die…

GRAFT_BRICKS_-c-Trockland_12_15_700pixel

Backsteinbau – einst und jetzt

Wie vielfältig Backstein sein kann, zeigt sich im alten Postareal in Schöneberg

JOHANENLIES_VALKENBURG_OAK_Copper_1_15_700pixel

Aus Altem Neues schaffen

Das Berliner Upcycling Label Johanenlies schenkt Bauholz neues Leben